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eine lockende Gelegenheit, ihr Uebergewicht über heimiſche Künſtler geltend zu machen. So kam der berühmte Gold⸗ ſchmidt und Bildgießer von Florenz, Benvenuto Cellini, nach Frankreich, eine ſo reichbegabte Natur, wie ungefähr unſer Venetianer und, wie wir aus ſeiner Selbſtbiographie wiſ⸗ ſen, ihm ähnlich an verfeinerter Genußſucht, an Heißblütig⸗ keit und Neigung zum Abenteuer. Aber die Barbaren, wie ſte ihren Meiſtern die kaufmänniſchen Geſchäfte, die weltli⸗ chen und kirchlichen Wiſſenſchaften abgelernt hatten, wußten auch bald in den bildenden Künſten ihnen, wo nicht den Rang abzulaufen, doch ſich gleich zu ſtellen, daher mit Karls V. Zeitalter auch dieſer Abfluß für induſtriöſe Ita⸗ liäner allmalig verſperrt wurde. Eine neue Laufbahn für brodſuchende Abenteurer führte bald darauf Katharina von Medici in Bezug zunächſt auf Frankreich herbei; die„feinere Finanz“, welche in dem Kabinette italiäniſcher Fürſten ſich herangebildet, und die diplomatiſche Verſchmitztheit der Ora⸗ toren(Geſandten), bei würdig gemeſſener äußerer Erſchei⸗ nung, die ſinnreichen und angenehmen Formen des Hoflebens von Florenz, Ferrara, Parma, die ritterliche Repräſentation der Cortegiani und die theoretiſche Ausbildung verſchiedener Zweige der Kriegskunſt, empfahlen von neuem die adelig geborenen Fremdlinge. Frankreich wimmelte von Italiänern, als Beamten, Hofſchranzen, Ceremonienmeiſtern, Fecht⸗ und Stallmeiſtern, auch Kriegsmännern, wie die Strozzi, Tri⸗ vulzi, Lynari und andern; aber auf die Dauer hielt auch dieſe Geltung nicht an, zumal unter der volksthümlichen Herrſchaft Heinrichs IV. Der unglückliche Marſchall d'Ancre, Concini aus Florenz, und ſeine Gattin, die Leonore Galigai, waren ungefähr die Letzten, welch der Neid der franzöſiſchen Höflinge und die Schuld ihres maaßloſen Eigennutzes blutig * ſtürzte.— Inzwiſchen aber hatte ſich dem ſchöpferiſchen italiäniſchen Geiſte in der Stille ein neues Stadium, das letzte, glänzendſte, eröffnet, welches anderthalb Jahrhunderte hindurch einer großen Schaar von italiäniſchen Schlauköpfen der niedrigſten Herkunft ein Leben voll Ueppigkeit, Reich⸗ thum und Einfluß im Norden verſchaffte, und unſäglich 3 viel beigetragen hat, die Höfe und die höheren Stände zu
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