Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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mit ſeinem väterlichen Reichthum ſich brüſtete. Hätte es dem Herrn Aeneas gefallen, ſeinem Vater Ausführliches über ſein Verhältniß mit der ſchönen Engländerin zu Straßburg zu erzählen, als es ſchon in dem Berichte über ein nächtliches Stelldichein im Gaſthauſezur Faſtenzeit 4 geſchehen iſt, ſo würden wir eine Caſanova⸗Novelle beſitzen, noch leſenswürdiger als die Hiſtorie von dem blonden deut⸗ ſchen Hofritter Siegmunds, Euryalus, und der ſchönen

Saneſerin. Aus des geiſtlichen Herrn Andeutung kann

man aber ſo viel vermuthen, daß bie ſchöne Britin eine

von den fahrenden Frauen war, welche entweder einen Prä⸗ laten zum Concil nach Baſel begleitete oder irgend einem franzöſiſchen Seigneur oder einem Lord im Zuge der Ar⸗

magnacs gegen das Elſaß ſich angeſchloſſen, und, von dem Treuloſen um Straßburg mit einem Töchterlein zurückge⸗

laſſen, das zärtliche Herz des Italiäners zu reizen wußte.

So wurden die Länder des mittleren Europa's im XV. Jahrhundert der italiäniſchen Abenteurer nicht entwöhnt, welche überwiegend als Geiſtliche, Prieſter, Mönche, Rechts⸗ gelehrte ſchröpften, und mehrmals zum Verdruß Einheimi⸗ ſcher ſich in die Bisthümer eindrängten, wie ſelbſt in der Mark und dem verrufenen Pommern. Aber es wollte we⸗ der die derbe Koſt, noch das ſtrengere Weibervolk, am we⸗ nigſten der norddeutſche Ketzermuth dem kitzlichen Prälaten Martino di Fregeno, Biſchof von Kamin, gefallen, ſo daß er ſich bald verlief, ſein Bisthum verhandelte, und ſein Diener Mariotto ſich in maccaroniſchen Verſen an der pom⸗ merſchen Lebensweiſe und den blonden blauäugigen Frauen rächte. Auch der berühmte Juriſt Petrus von Ravenna, welchen Bogislav X. in Italien für ſeine heimathliche Hoch⸗ ſchule gewann, kehrte unbehaglich aus Greifswald bald in den Süden heim. Wie nun die Kirchentrennung den größten Theil Deutſchlands und des Nordens überhaupt vom päpſtlichen Gehorſam loszureißen drohte, mußte noth⸗ gedrungen die welſche Gewinnſucht auf andre Mittel den⸗ ken, ſich jenſeits der Alpen zu bereichern. Eine Zeit lang bot den Italiänern die Liebe des Nordens zu den wieder⸗ geborenen ſchönen bildenden Künſten, zumal zur Architektur,

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