Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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Gepränge näher verwandt, immer ausſchließlicher zum Ver⸗ gnügen der Tanzenden ſelbſt, als zur Erluſtigung der Schauenden. Wir wiſſen, wie faſt das ganze Jahr hin⸗ durch Prinzen und vornehme Seigneurs mit ihren Damen künſtliche Ballette unter Heinrich IV. einſtudirten, und in gra⸗ ziöſer Pracht mit einander wetteiferten. Leſen wir die Me⸗ moiren Baſſompierres: ſelbſt der ſtrenge Finanzmann Sully ergötzt ſich an Kapriolen in wunderlicher Tracht auf eigene Hand. Dieſe adelige Luſtbarkeit dauerte noch unter Lud⸗ wigs XIII. melancholiſchem Einfluſſe fort, und auch der Kardinal Richelieu bezwang die Grandezza des kirchlichen Purpurs und des allgewaltigen Staatslenkers, um in bi⸗ zarrem Aufputz durch ſeine Gambaden und verliebten Ge⸗ behrden die Aufmerkſamkeit Anna's d'Autriche auf ſich zu lenken. Aber weder von der herkömmlichen Muſik, noch von den Anfängen des Nationalſchauſpiels, noch von den Hofballets der grand seigneurs hatte die hungernde Vir⸗ tuoſität der Italiener irgend einen Vortheil, als ein hoch⸗ geſtellter Landsmann ihnen die Pforten der Herrlichkeit und des Paradieſes öffnete. Es war Giulio Mazarini aus den Abruzzen, welcher, als das unglückliche Deutſchland eben ſein letztes Lebensblut ausſtrömte und eben der Untergang der Ehre und der Wohlfahrt unſeres Volkes und Reiches unabwendbar eingetreten war, im Winter 1646 und im Karnaval des Jahres 1647, unter dem Jubel ſeiner Erfolge in Münſter, die erſten italiäniſchen Sänger und Machi⸗ niſten kommen ließ, und dem ſtaunenden Hofe eine Art von italiäniſcher Oper, den Orphée, mit ungeheurer Pracht vorführte! Der ſorgfältige Beobachter ſeiner Zeit, der Mar⸗ quis de Monglat, ſagt in ſeinen Memoiren: La pro- spérité des affaires de la France causa une grande joie dans la Cour et pour cette raison tout Phiver se passa en réjouissances: et comme celui qui gouver- noit étoit Italien, tout le monde se conformoit telle- ment à son humeur, que depuis les petits jusqu'aux plus grands, on n'avoit que des plaisirs Italiens. On fit venir de Rome une Signora Leonora, pour chanter devant la Reine, et un Signor Torelli, pour faire

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