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der Genüſſe des Lebens wuchs, auch im Norden die Zahl der Bedürfniſſe ſich mehrte, und der Handel, welcher in den italiäniſchen Hafenſtädten wunderbar raſch erblühete, im regſten Weltverkehr die armen, aber genußſüchtigen Barbaren⸗ länder in eine ſehr fühlbare Abhängigkeit ſetzte. So erſtand die rührige Kaufmannswelt des ſüdlichen, mittleren und weſtlichen Deutſchlands, nur getragen durch die ſinnreichen, gewinnſüchtigen Nachbaren, aus deren Sprache alle techni⸗ ſchen Bezeichnungen des Commerzes bis auf dieſe Stunde entlehnt ſind. Die italiäniſche doppelte Buchhaltung, Waaren⸗ kunde u. ſ. w. erhoben ſich zu Wiſſenſchaften, die erſt langſam den Lehrmeiſtern abgelernt wurden. Der Waarenverkehr entwickelte von ſich ſelbſt das Banquierweſen, rief die frühe Erfindung der Wechſel ins Leben. Venedig, die Städte Lombardiens, Genua, Aſti und Toscana's waren die Geld⸗ märkte des geſammten Europa's, und die betriebſamen edlen und populären Geſchlechter jener ſtädtiſchen Republiken beuteten durch erkleckliche Anleihen und Vorſchüſſe nicht allein die unbehülfliche nordiſche Finanzkunſt aus, und zogen nicht allein als Steuerpächter und Lieferanten der Fürſten unberechenbaren Vortheil, wie die Frescobaldi aus Florenz in Frankreich und England zur Zeit Eduards I.; ſondern ſie ſchämten ſich auch nicht, in allen zugänglichen Städten durch ihre Faktoren, unter dem bekannten Zeichen der drei blauen Kugeln an den Armen eines Holzkreuzes, aus ſchmutziger Pfandleiherei und betrüglichem Wuchergeſchäfte in ſogenannten Lombards einen ſchmählichen Gewinn in ihre prunkenden Paläſte zu locken. Der Höheſtand dieſer wel⸗
ſchen Großhändler⸗, Banquiers⸗ und Wuchergeſchäfte in
unſeren nordiſchen und weſtlichen Ländern war die Zeit Dantes und Petrarcas, bis die Erweckung heimiſcher Geld⸗ induſtrie und wohlwollende Geſetzgebung oder barbariſche Gewaltmaßregeln dieſem Plünderungsſyſtem ein Ende brach⸗ ten. Die fähigen Nordländer hatten in einem Jahrhunderte die welſchen Künſte des Commerzes abgelernt, und die Ita⸗ liäner mußten auf Neues ſinnen oder geſchickt die Zeitum⸗ ſtände benutzen, um die mündig gewordenen Schüler zu übervortheilen. Die kirchlichen Verhältniſſe des XIV. und
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