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ein vornehmer Herr, entſcheidet, widerſpricht, macht Oppo⸗ ſition und mißfällt.
Wie kann er aber wohl irgendwo Ruhe halten? Muß
er ſich nicht als Italiäner des italiäniſchen Theaters anneh⸗ men? Der General Branicki hatte in demſelben eine Mai⸗ treſſe. Sie hatte das Unglück, vor Caſanova's Augen nicht Gnade zu finden; er pfiff ſie aus, und als er mit ihrem Liebhaber in einer andern Loge zuſammentraf, erklärte ihm dieſer, der ſeinetwegen hierher gekommen war, nur ein Menſch ohne Lebensart habe ſo etwas thun können, und er habe Luſt, ihn zum Fenſter hinauswerfen zu laſſen. Was be⸗ gab ſich wohl in dieſem Augenblicke in der Seele des rach⸗ ſuchtigen Italiäners, und welche Gedanken mochten ihm durch den Kopf fahren? Ein andrer würde vielleicht an das Stilet oder ein unſchuldiges Pulver gedacht haben; aber Caſanova, der in ſeinem Benehmen adlig und groß⸗ artig war, rollte ſeine edle Rache in ſeinen Augen, wie Homer uns Jupiter ſchildert: anſtatt des Blitzes ſchleudert er einen ſchrecklichen Blick und legt ſich zu Bett.
Branicki hat mir dies Alles ebenfalls erzählt; aber ich habe nur noch eine unbeſtimmte Erinnerung davon. Er bekömmt am folgenden Tage das ſeltſamſte, ehrfurchts⸗ vollſte, unverſchämteſte, ſchmeichelndſte, drohendſte Billet, von welchem er kein Wort verſteht. Er lacht darüber und denkt nicht weiter daran. Es kömmt ein zweites, klareres Billet, eine wahre Herausforderung. Branicki ſchlägt ſich lieber, als er ſchreibt; er läßt ihm ſagen, er werde im
heater mit ihm ſprechen. Die Verneigungen, welche Ca⸗ ſanova ſonſt ſelten machte, kündigen ſeinen Vorſchlag an und gehn ihm voraus. Ja, recht gern; aber ſind Sie Edel⸗ mann?— Mehr als das, gnädiger Herr, ich gehöre zu Ih⸗ rer Geſellſchaft.— Ich wette, daß Sie ſich nie geſchlagen haben?— Nie, Excellenz.— Warum wollen Sie zum Teufel denn mit mir anfangen?— Weil vor Ihnen mich nie Jemand beleidigt hat.— Könnte die Sache nicht aus⸗ geglichen werden?— Mit einem Andern als Ew. Excel⸗ lenz würde ich ſie ausgleichen.— Ich vermeide in der Re⸗ gel ſolche Gelegenheiten nicht, Herr Caſanova; aber ich ge⸗
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