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Ich werde wohl müſſen; ich habe mehr als eine Million verzehrt.— Wie haben Sie ſich dieſelbe verſchafft?— Durch die Kabbala.— Was iſt das?— Ich habe die Vergangenheit gewußt und die Zukunft vorhergeſagt.— Sie ſind alſo ein Abenteurer?— Ja, Sire, und wenn ich je wieder das Glück beim Schopfe faſſe, laſſe ich es nicht mehr los.— Bei mir finden Sie es nicht; das kann ich Ihnen vorherſagen. Folgen Sie mir in die Kadettenanſtalt; ich habe dort eine große Menge elender Menſchen, Schweine und dummen Viehes als Gouverneure, Lehrer, Erzieher. Ich möchte etwas Beſſres haben; kommen Sie.— Caſanova begleitet den König.
Er fragt den erſten, der ihm begegnet: Wie viel Ge⸗ halt bekommen Sie?— Dreihundert Thaler.— Barmher⸗ ziger Himmel! Das iſt nichts für mich.— Der König muſtert die in einer Reihe ſtehenden Gouverneure; er fin⸗ det, daß ſie Schweine ſind, wie er vorher geſagt, ſchlecht ge⸗ kämmt und ſchlecht gekleidet; er ſchwingt ſeinen Stock über ſie, er beſucht die Zimmer und findet ſie in einem Ekel er⸗ regenden Zuſtande; die jungen Leute ſehen unordentlich aus und blicken ihn ſtumpfſinnig an, und in einem der Säle ſteht ein Nachttopf auf dem Tiſch. Er läßt den Gouver⸗ neur, der hier die Aufſicht hatte, beim Kopfe nehmen und in den„Profoß“ bringen.
Caſanova bekömmt eine furchtbare Angſt, ſelbſt dort⸗ hin wandern zu müſſen, wenn er eine ſo angenehme Stel⸗ lung ausſchlüge, und als ſich der König umdreht, um ſie ihm anzutragen, findet er ihn nicht mehr. Er reiſte noch am ſelben Tage nach Warſchau und läßt Friedrich dem Gro⸗ ßen ſagen, er liebe ſo wenig die Feſſeln, wie die Bleidächer.
In Warſchau findet er eine Stütze; Tomatis ſtellt ihn dem Könige von Polen vor. Caſanovas Unterhaltung, reich an Thatſachen und belebt durch ſeine Originalität, bewirkt ſeine Aufnahme in allen großen Häuſern, wo er Glück macht. Die Großmuth Stanislaus Auguſts unterhielt viele un⸗ nütze Menſchen; Caſanova zog ebenfalls von derſelben Nutzen. Der Palatin von Rußland liebt ihn; vielleicht ſtanden ſie in Spielgemeinſchaft. Herr von Seingalt iſt noch einmal
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