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Miniſtern, welche in Pera wohnten, ſtand er auf dem Punkte, bei einem derſelben Geſandtſchafts⸗Sekretair zu wer⸗ den; aber durchaus nicht: der Großherr macht einen ſeiner lächerlichen Spatzierritte in den Straßen von Konſtantino⸗ pel; Caſanova fängt an zu lachen. Er wird von den Ja⸗ nitſcharen eingeſteckt und man ſpricht ſchon von Hängen. AIndeß iſt er leichtfüßig, die Türken langſam; ehe er gekne⸗ belt ward, entflieht er, läuft nach dem Hafen, ſpringt in ein Schiff, welches nach Venedig abgeht. Mit Hülfe eines gün⸗ ſtigen Windes langt er hier ſehr ſchnell an, und wird freund⸗ lich von ſeinen Schulfreunden, beſonders aber von den Je⸗ ſuiten aufgenommen, welche ihn erzogen hatten und die er dennoch zur Verzweiflung gebracht hatte. * Seine Eulenſpiegelſtreiche hatte er nicht vergeſſen. Fol⸗ gender iſt einer der ſtärkſten. Man ſprach, ſchrie, erzählte von Erſcheinungen, Geſpenſtern, Kobolden. Einer ſeiner Freunde, der den Ungläubigen ſpielte, machte ſich über die Andern luſtig. Caſanova verbirgt ſich unter ſeinem Bette und zieht ihm die Bettdecke weg. Dieſer vermuthet, daß er es iſt und ſagt: Ich erkenne Dich und werde Dich ſchon faſſen. Augenblicklich legt er ſich auf die Lauer, um ſei⸗ nen Arm zu greifen. Er faßt ihn allerdings; aber der Arm bleibt in ſeiner Hand: es war der eines Todten, den Caſanova im Hospitale hatte abſchneiden laſſen. Der Un⸗ gläubige ſtößt einen Schrei aus, wird plötzlich von einem kalten Schweiße bedeckt und geht zur ewigen Kälte des To⸗ des über.
Seine Brüder kehren zu dieſer Zeit aus fremden Län⸗ dern zurück. Was habt Ihr gelernt? fragt ſte Caſanova. Aus unſerer erſten Unterhaltung erſah ich, äußerte er ge⸗ gen mich, daß der erſte ein Dummkopf, der andere ein Tol⸗ ler ſei. Aber dieſe Tollheit war zufälliger Weiſe das Ge⸗ nie der Malerei, welches ſich ſpäter entwickelte und ihn zum berühmteſten Schlachtenmaler ſeiner Zeit machte. Die Vor⸗ ausſagung hinſichtlich des erſtern, der in Dresden ſtarb, rechtfertigte ſich.
Er ſieht ſeine Mutter ſpielen, findet, daß ſie eine ab⸗ ſcheuliche Schauſpielerin iſt, geht in ihre Loge und umarmt


