Fragmente des Fürſten von Kigne über Jakob Caſanova.„
Dieſer Caſanova war ein Mann von vielem Geiſte, Charakter und Kenntniſſen. Er ſtellt ſich in ſeinen Me⸗ moiren als Abenteurer dar, Sohn eines unbekannten Va⸗ ters und einer ſchlechten Schauſpielerin. Man wird ſein Portrait in meinen Schriften unter dem Namen Aventuros ſinden. Ich werde mein Möglichſtes thun, um die Erinne⸗ rung an dieſe Memoiren in mir zurückzurufen, deren größ⸗ tes Verdienſt der Cynismus iſt, und die aus dieſem Grunde leider wohl nicht das Licht ſehen werden. Sie haben dra⸗ matiſche, höchſt lebendige, komiſche und philoſophiſche Par⸗ tien und man findet darin neue, großartige, unnachahmliche Sachen. Caſanova erlebte in ſeiner Heimath frühzeitig
Abenteuer. Der Schauplatz des berühmteſten war ein Klo⸗ ſter, wo der Abbé Bernis, damals franzöſiſcher Geſandter in Venedig, ebenfalls eine Nonne hatte. Ihre Doppel⸗Partieen weurden Wettkämpfe des Geiſtes und der Wolluſt. Ich habe
Verſe des Prieſters geſehn, welche die letztere wenigſtens
athmeten und noch mehr ſie anregten.
Obwohl mir Caſanova ſeine Memoiren vorgeleſen, habe ich doch nicht die Daten aller merkwürdigen Ereigniſſe ſei⸗ nes Lebens behalten; ich kann alſo keine chronologiſche Ord⸗ nung beobachten. Wohl aufgenommen von den fremden
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