Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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ſie, die ganz erſtaunt iſt, einen Sohn wiederzuſehn, von deſſen Schickſalen ſie ſeit langer Zeit nichts gehört hatte. Er läßt ſie das Theater aufgeben. Sie können daſſelbe entbehren, ſagt er zu ihr, weil ein Mädchen, welches in meinem funfzehnten Jahre meine Geliebte war, einen Pro⸗ kurator geheirathet hat, deſſen Vermögen und Freuden ich

theile. Die Kleine hat ihren erſten Liebhaber nicht ver⸗

geſſen. Caſanova verſagt ſich nichts, weder Epigramme noch

Chanſons, noch leichtfertige Reden, noch Indiscretionen, noch

Geſchwätz über die Regierung; wie es andrerſeits bei ihm von Liebſchaften, Eiferſüchteleien, ſeidnen Strickleitern, be⸗ ſtochenen Gondelführern, Abenteuern jeder Art wimmelt. Caſanova ſpielt den großen Herrn und trägt einen Rock von grünen geblümten Luſtrin mit breiten ſilbernen Sticke⸗ reien, einen Federhut, eine gelbe Weſte, karmoiſinrothe Bein⸗ kleider, iſt mit einem Worte ſo gekleidet, wie er auf dem Titelkupfer ſeiner Flucht aus den Bleidächern dargeſtellt wird.

Dies Werk beginnt mit dem Tage ſeiner Einſperrung in dieſes ſchreckliche Gefängniß. Sein bizarrer, aber leben⸗ diger Styl giebt jedem Tage ein Ereigniß, und jedes dieſer Ereigniſſe hat einen unendlichen Werth, weil es den Stem⸗ pel der Wahrheit trägt; übrigens iſt mir Alles durch Ve⸗ netianer ſelbſt bezeugt worden. Von ſeiner Fußwanderung ermüdet, tritt er in ein Landhaus und giebt ſich für einen Verwandten des Adligen aus, welchem es gehört. Man antwortet ihm, derſelbe ſei von der Republik zur Verfol⸗ gung eines großen Verbrechers requirirt worden, der aus den Bleidächern in dieſer Richtung geflüchtet. Er hat die Kühnheit, in jenem Hauſe zu ſpeiſen, giebt dann ſeinen Rock einem Bauern, der durch die ſilbernen Stickereien verführt, denſelben annimmt und einen Augenblick darauf an ſeiner Stelle verhaftet wird. Er weiß nicht, ob derſelbe nicht an ſeiner Stelle ſein Leben in den Bleidächern zugebracht hat.

Caſanova flüchtet alſo nach Deutſchland, und findet überall Geld, indem er abwechſelnd als Liederdichter, Im⸗ proviſator, Hexenmeiſter und endlich als Spieler auftritt.

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