88
Obwohl der Syndikus nur Ihr Werkzeug iſt, Herr Faul⸗
kinher, und durch ſein Benehmen gezeigt hat, daß er noch einfältiger als Sie iſt, werde ich doch nicht unterlaſſen, ihn kriminaliſch zu belangen. Bis dahin triumphiren Sie! Sie haben Alles gethan, mir den Aufenthalt in Dux un⸗ angenehm zu machen und mich zum Weggehen zu veran⸗ laſſen. Glauben Sie indeß, daß Ihr Triumph nur von kurzer Dauer ſein wird; ich lege meine Sache in die Hände eines unbeſtechlichen Richters.
Neunter, zehnter, elfter Brief.
Sie ſind der allunwiſſendſte Menſch, ich werde nicht müde werden, Ihnen das zu ſchreiben, ſo unwiſſend, daß Sie gar nicht im Stande ſind, ſich von Ihrer Dummheit zu überzeugen, wodurch Sie nothwendig in die Klaſſe der Thiere treten. Als unwiſſender Menſch beneiden Sie mich; als neidiſcher Menſch verabſcheuen Sie mich; als Feind ver⸗ läumden Sie mich und als Verläumder verdienen Sie den Strick oder doch wenigſtens, daß man Ihnen die giftige Zunge ausreiße.
Der kleine Luſer, dieſer Phönix der Sondici, ſchreibt mir in ſeinem vermeintlich lateiniſchen, aber auf alle Fälle unbegreiflichen Kauderwälſch, daß Sie, Faulkinher, der wahre Urheber des mir angethanen Schimpfs ſind. Er wagt nicht, Ihnen das ins Angeſicht zu ſagen, denn gegen Sie ſpricht er nicht offen, und aus guten Gründen. Er fürchtet Sie, und mit Recht: wer einen blödſinnigen Seid unter ſeinen Befehlen hat, iſt in der That furchtbar. Kommen wir aber zu einem weniger traurigen Gegenſtande. Luſer meldet mir, Sie hätten ihn veranlaßt, mir zwei meiner frühern Erleb⸗ niſſe vorzuhalten, nämlich: 1) daß ich 1767 aus Paris ausgewieſen; 2) daß ich Verfaſſer einer niederträchtigen 1790 in Töplitz erſchienenen Schandſchrift ſei. Das ſind indeß zwei Verläumdungen. Was die Schandſchrift betrifft, ſo ſagen Sie mir nur, wer mit Ihnen davon geſprochen hat? Ich forder Sie heraus, es nir zu ſagen, und gewiß haben
v OOͤl O&&=


