Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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Er hat keine Ahnung davon, daß Ehrenmänner nicht nach dem Muſter von Stalljungen zugeſchnitten ſind. Ein ach⸗ tungswerther Greis wie ich, der immer die Ehre dem Leben vorgezogen hat, täuſcht ſich unter ſolchen Verhältniſſen nicht, er hat jede mögliche Vorſicht gebraucht und ſich von dem, was er ſagt, überführt; ich will noch weiter gehn und be⸗ haupten, daß man ihm glauben muß, wenn er geſprochen hat; jede weitere Unterſuchung müßte ihn beleidigen. Sie wußten das nicht, nicht wahr? Und Ihr Viderol wußte es wahrſcheinlich auch nicht; ein ſolches Benehmen, welches für Leute von Welt ſo leicht auszuüben iſt, iſt in den Ställen nicht gebräuchlich. Als Sie mir ſagten, Viderol ſei nicht gewohnt zu ſtehlen, und er ſei alſo unſchuldig, drehte ich mich ſchnell um, denn die Hand juckte mir, und ich weiß nicht, was mich abgehalten hat, Ihnen in Ihr Polichinell⸗ geſicht hineinzuſchlagen. Und ſehen Sie nur die Dummheit! Drei Tage darauf ſagen Sie zum Chevalier Lamotte, nichts ſei leichter als den Grafen zu beſtehlen, der Jedem vertraue und nur ſeinem Gedächtniß mißtraue. Armer Gardeſoldat, wie können Sie die Stirn haben, von irgend etwas zu ſpre⸗ chen und eine Meinung abzugeben?

Achter Brief.

Endlich, mein Herr, haben Sie Ihrer Rohheit die Krone aufgeſetzt. Sie haben Ihrem Bedienten befohlen, mich mit Stockſchlägen zu überfallen, und er hat ſich dieſes Auftrags auf offener Straße in Dux vor Aller Augen entledigt. Was konnte ich, da ich geſchwächt durch das Alter und ohne Waffen bin, anders thun, als beim Syndikus Genug⸗ thuung nachſuchen? Aber der unwiſſende Richter antwortete (auf Ihr Anſtiften), er könne Viderol nicht ohne Genehmi⸗ gung des Grafen verfolgen, und der Graf iſt abweſend! Niederträchtige Verräther, die Ihr Alle ſeid, habt Ihr wohl glauben können, ich würde mich ungeſtraft zertreten laſſen, ohne zum Schutze der von unſerm hochherzigen Kaiſer Leopold II. erlaſſenen Geſetze meine Zuflucht zu nehmen?