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die Beſchimpfung war diesmal öffentlich und Jeder ſagte ſich, daß die Züchtigung dem Verbrechen angemeſſen ſein würde. Ihre Sache, Intendant des Schloſſes, war es, die⸗ ſelbe zu verfügen. Ich ſuche Sie alſo in Karolinens Zim⸗ mer, welches Sie ſelten verlaſſen: ich bringe Ihnen den Be⸗ weis des Verbrechens, das beſchmutzte Portrait. Aber Sie hatten die Frechheit, es mir lachend aus den Händen zu reißen und zu ſagen, ich ſolle unſchuldige Späße nicht be⸗ achten oder die Rückkehr des Grafen abwarten, um Klage zu führen. Ich machte Ihnen bemerklich, daß die Sache nichts Spaßhaftes habe, und daß das Verbrechen offen vor⸗ liege; aber in Ihrer thöͤrichten Unwiſſenheit erwiderten Sie, die Sache ſei nicht der Mühe werth, ſich damit zu beſchäf⸗ tigen und Viderol ſei nur ein leichtſinniger Menſch. Da Sie hiervon nicht abgehn wollten, bat ich Sie, mir mein Eſſen auf mein Zimmer zu ſchicken und mich nicht zu zwin⸗ gen, mit dem Niederträchtigen an einem Tiſche zu ſpeiſen; Sie haben ſich deſſen hartnäckig geweigert und ſich dadurch zu Viderols Mitſchuldigen und zum Begünſtiger ſeiner ſträf⸗ lichen Handlung erklärt. Von jetzt an habe ich von Ihnen Alles zu fürchten; ich ſage Alles, denn nach einem ſolchen Benehmen kann wohl Niemand dafür bürgen, daß Sie mich nicht ermorden laſſen werden. Ich weiß freilich, daß Sie Ihre Perſon zu ſehr lieben, um ſich jeder Gefahr, von meinem Degen eine wohlverdiente Züchtigung zu empfan⸗ gen, auszuſetzen.
Sechſter Brief.
Sie erinnern ſich vielleicht, daß vor drei Jahren der Burggraf von Prag mir gegen die Räuber von Zollbeam⸗ ten, die mich auf eine unehrerbietige Weiſe behandelt hatten, eine ſchöne Genugthuung gab; als ich Ihnen aber meine Klagen darlegte, erklärten Sie mit Ihrer gewöhnlichen Bosheit, es ſei Alles von mir erdichtet worden. Was konnte ich anders thun, als Sie bitten, nach Prag zu gehn, um die Richtigkeit der Thatſachen zu prüfen? Als Sie zu⸗


