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ſehr gut, daß Sie das Gewerbe eines Spitzbuben treiben, und warten nur auf eine Gelegenheit, es Ihnen ins Geſicht zu ſagen. Vermeiden Sie es ja, ihr Mißfallen zu erregen und ſehen Sie ſich wohl vor, daß der Skandal Ihrer Frei⸗ gebigkeit nicht zu den Ohren Jupiters und ſeines Olymps gelange, denn ſonſt würden Sie Ihre Epauletten ablegen und die Jacke eines Küchenjungen anziehn müſſen.
Dritter Brief.
Wenn ich mich recht entſinne, mein lieber Herr Faul⸗ kinher, ſo ſind es jetzt fünf Jahre, daß Sie nach Dux ge⸗ kommen ſind. Sogleich ließen Sie es ſich einfallen, Ihre Naſe überall hinzuſtecken; als Küchenaufſeher glaubten Sie, daß die Bibliothek zu Ihrer Competenz gehöre, und als Sie erfuhren, daß ich tauſend Gulden Gehalt habe, gingen Sie „darauf aus, meine Verabſchiedung zu bewirken. Da Sie nicht wiſſen, was eine Bibliothek iſt, darf es nicht verwun⸗ dern, daß für Sie ein Bibliothekar ein phantaſtiſches Weſen iſt, dem Wohnung, Eſſen und Geld zu geben, Ihnen ſehr unnütz ſcheinen muß. Sie ſetzten demgemäß Ihre Gedanken dem Grafen auseinander, der Sie in Ihre Küche ſchickte. Nun führten Sie andere Batterien auf: alle Ihre Küchenjungen wur⸗ den gegen mich losgelaſſen, und Sie führten gegen mich einen wahren Kaſſerollenkrieg; das war Alles, was Sie thun konnten. Zwei Jahre ließ mich Ihr ſchlechtes Beneh⸗ men ganz unberührt. Der Graf war abweſend und ich aß auf meine eigne Koſten; aber ſeit meinem Leipziger Un⸗ glücke, nachdem der Buchhändler H... mir viertauſend Gulden abgenommen und ich auf die Hälfte meines Ge⸗ halts verzichten mußte, mußte ich auch am Tiſche der Be⸗ amten des Grafen ſpeiſen. Hierauf hatten Sie gewartet, und ich mußte ſchreckliche Pillen hinunterſchlucken. Trotz Ihrer Dummheit verſtehn Sie die Kunſt die Pille zu über⸗ zuckern und bei paſſender Gelegenheit verſtehn Sie es, ſich in eine Schaafshaut zu ſtecken und ſich für ein andres Thier auszugeben, als Sie ſind; aber Ihr Grunzen verräth Sie,


