Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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Grund in Frieden zu leben; aber in Bezug auf Lebensart, Gefühle, Ehre, ſtehen Sie ebenfalls beim ABC; Sie ſind ein wahres Schwein, und es iſt Ihr Unglück, daß Sie nur dies ſein können. Es giebt Gründe, welche zu Ihrer Recht⸗ fertigung gereichen, denn man hat Sie nie etwas gelehrt, und Sie haben auch nie ſelbſt etwas gelernt. In dem Al⸗ ter, wo ich noch ſtudirte, wurden Sie zum Soldaten ge⸗ macht, und in der Wachtſtube konnten Sie allerdings nicht feines Benehmen lernen und einen anſtändigen Anſtrich be⸗ kommen. Wo zum Teufel wollten Sie wohl die Zeit her⸗ nehmen, ſich mit dem Alphabet und der Grammatik zu be⸗ ſchäftigen, wenn Sie die Trommel rühren oder den Solda⸗ ten zum Trinken einſchenken mußten? Ich beklage Sie mehr als ich Sie tadle, und ich danke dem Glücke, welches mich mit den Vorzügen bedacht hat, die Ihnen gänzlich fehlen. Das hätte Sie indeß nicht abhalten können, vorwärts zu kommen, und ich will Ihnen Generäle nennen, welche in der Orthographie nicht weiter als Sie waren. Rechnen wir indeß ein bischen: nach fünfzigjährigem Dienſte ſind Sie endlich Lieutenant geworden. Befriedigt von dieſem hohen Grade, haben Sie den Beſchluß gefaßt, ſich dabei zu beruhigen. Sie haben zu ſich ſelbſt geſagt: Es iſt Zeit, daß ich auf meinen Lorbeeren ausruhe. Sie ſind alſo um Ihren Abſchied eingekommen und man hat ſich beeilt, Ihnen denſelben zu geben. Böſe Zungen behaupten, Sie ſeien ein ebenſo ſchlechter Soldat geweſen, wie Sie ein ſchlechter Kau⸗ derwälſcher ſind, und eine ſchreckliche Krankheit, gewöhnlich Faul⸗ heit genannt, habe Ihnen immer die Mittel gegeben, ſich den Verpflichtungen Ihres Dienſtes zu entziehn. Wäre der Kriegsrath nicht nachſichtig geweſen, ſo weiß ich nicht, was aus der Penſion von zweihundert Gulden, die Sie beziehn, geworden ſein würde. Sie könnten dann nicht mit Ihrer Unterlieutenants⸗Uniform Staat machen, die beiläufig be⸗ merkt, für den Küchenaufſeher eines Privatmannes ſo gut paßt. Ich weiß wohl, daß Sie dieſes Vorrecht mit einigen kleinen Gefälligkeiten bezahlen; ſo koſten die Herren Offi⸗ ziere der Garniſon alle Tage den Wein des Grafen und

Sie laſſen ihnen denſelben ſehr billig; die Herren wiſſen

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