Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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Aber aus welchem Grunde? Sie muß einen Grund angeben.—

Es iſt mein Wille, antwortet Lenzica. Ich will nicht nach Wien gehn; das wiederhole ich Ihnen ſeit acht Tagen, Wenn Sie ein Ehrenmann ſind, werden Sie mir meinen Koffer herausgeben; was mein Gehalt betrifft, ſo werden Sie, da Sie jetzt nichts haben, mich ſpäter bezahlen.

Nach den letzten Worten legte ſich plötzlich der Zorn des Grafen; er nahm eine reuige Miene an, welche mir kein Mitleiden einflößte. Er ließ ſich ſogar zu Bitten und Thränen herab, um ſeine Magd zu rühren; ich glaubte nicht, daß ſich ein Edelmann ſo weit erniedrigen könne. Pittoni fertigte ich ab, da derſelbe mit ſeiner gewöhnlichen Leicht⸗ fertigkeit behauptete, ich müſſe das Mädchen aus meinem Zimmer entfernen.

Das Mädchen iſt bei gutem Verſtande und mehr als Sie, denn Sie laſſen es ſich einfallen mir zu ſagen, was ich thun ſoll.

Werden Sie nicht böſe; die Sache iſt nicht der Mühe werth; ich wußte nicht, daß Sie ſo ſterblich in ſie verliebt waren, und Sie müſſen dieſe Nacht weit gekommen ſein.

Endlich nahm Pittoni den Grafen mit ſich fort, der die Kärnthnerin unaufhörlich beſturmte. Sobald ſie drau⸗ ßen waren, erging ſich dieſe in Dankſagungen. Das Ge⸗ heimniß unſrer Bekanntſchaft war offenbar geworden, und ich ließ ein Mittagseſſen für zwei Perſonen bringen. Das Ko⸗ miſche war, das der arme Graf ſich nicht vom Hauſe ent⸗ fernte; er blieb bis ſechs Uhr vor der Thür mit ſeinem Wagen und lauerte ihr auf. Ich verſprach meiner Schö⸗ nen, ſie vor ſeiner Abreiſe nicht zu verlaſſen.

Am Abend bekam ich einen Beſuch von Marco Monti, dem ſich der Graf eröffnet hatte; der gute Konſul erbot ſich zum Vermittler.

Trotz Ihrer diplomatiſchen Talente, ſagte ich, wird

Ihre Unterhandlung ſcheitern; und ich erzählte ihm das ganze Abenteuer. Er gab mir Recht und nannte Straſoldo einen Narren. Indeß war ſeine Narrheit zu entſchuldigen, da Lenzica wirklich reizend war. Ich trennte mich von ihr