Littorale's. Dieſe Veränderung war bedingt durch das Han⸗ delsintereſſe der beiderſeitigen Staaten, aber der Magiſtrat von Trieſt wollte ſich nicht dazu verſtehen, einzig und al⸗ lein, weil Venedig es wünſchte.„Was die Republik wünſcht, ſagten dieſe tiefen Politiker, iſt ihr vortheilhaft, und was ihr vortheilhaft iſt, das iſt uns nothwendig ſchädlich.“ Der Konſul fügte hinzu: das Gelingen dieſer Unterhandlung würde meine Sache bei den Herrn vom Gerichte ſehr vor⸗ wärts bringen und mir das Recht geben, wenn auch nicht auf völlige Gnade, ſo doch wenigſtens auf das Wohlwol⸗ len meiner Richter zu rechnen; übrigens könne ich die Sorge, meine Dienſte in der Art geltend zu machen, daß mir die ganze Ehre bleibe, ihm überlaſſen.
Sogleich ging ich zum Gouverneur und brachte die Sache aufs Tapet. Er war davon unterrichtet und mißbil⸗ ligte die Hartnäckigkeit der Handelskammer, aber er konnte mir von keiner Huͤlfe ſein, da dieſer Gegenſtand außer ſei⸗ nen amtlichen Befugniſſen lag. Er theilte mir mit, daß die Oppoſition vom Rathe Rizzi ausgehe, der ſeine Kol⸗ legen durch eine Menge Scheingründe fortgeriſſen; endlich rieth er mir, eine Denkſchrift zu entwerfen, in welcher ich die Sache nach allen Geſichtspunkten unterſuchen und be⸗ weiſen ſollte, daß die vorgeſchlagene Veränderung zum Vor⸗ theile von Trieſt ausfallen müſſe, welches ein Freihafen ſei, während Udine nur einen unbedeutenden Handel hätte. Er verpflichtete ſich überdieß, dieſe Denkſchrift der Kammer zu übergeben, ohne zu ſagen wer der Verfaſſer ſei, ſich den Anträgen derſelben als Gouverneur anzuſchließen und die Kammer zur Beibringung ihrer Einwendungen aufzufor⸗ dern, zugleich aber zu erklären, daß wenn ſie nicht durch⸗ greifend befunden würden, er ſie mit ſeiner motivirten Vor⸗ ſtellung nach Wien ſchicken würde.
Da ich des Erfolgs ziemlich ſicher war, ſo verfaßte ich eine derartige Denkſchrift, gegen welche nur Chikanen und kein einziger guter Grund vorgebracht werden konnte. Die
Kammer faßte den weiſen Beſchluß, nachzugeben, und es
wurde feſtgeſtellt, daß die Diligence in Zukunft durch Udine
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