Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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Faſtentag hinführen. So lernte ich Madame Leo kennen, eine geiſtreiche und mit ihren niedlichen Schwächen ſehr lie⸗ benswürdige Frau. Sie war verheirathet, aber Witwe und hatte fünf ſehr angenehme Töchter. Arlechin erregte meine ganze Aufmerkſamkeit; ich verliebte mich in das junge Mädchen, eine alte Geſchichte, die aber diesmal keine Epi⸗ ſoden hatte. Da ich mir nicht verhehlen konnte, daß ich dreißig Jahre älter war als dieſe junge Perſon, ſo be⸗ gnügte ich mich, ihr die ganze Zärtlichkeit eines Vaters zu bezeigen. Ich glaube indeß, daß die Liebkoſungen, mit wel⸗ chen ich ſie überſchüttete, nicht weſentlich den väterlichen Charakter hatten; indeß hütete ich mich, ihr Beweiſe meiner Liebesleidenſchaft zu geben und meine ſehr verſchämten An⸗ ſprüche hatten keinen lächerlichen Erfolg.

Nach dem Oſterfeſte des Jahres 1773 wurde der Graf von Auersberg, damals Gouverneur von Trieſt, nach Wien berufen, und der Graf von Wagensberg erhielt nun den Befehl des Platzes. Die Gräfin Lantieri, die älteſte Toch⸗ ter des neuen Gouverneurs, war ſchön wie ein Engelv; ſie entzündete in meinem Herzen eine Liebe, welche mich ge⸗ wiß unglücklich gemacht hätte, wenn ich nicht Gewalt ge⸗ nug gehabt hätte, um ſie unter dem Scheine der tiefſten Ehrfurcht zu verbergen. Ich feierte die Ankunft des Gra⸗ fen in einem Gedichte, welches ich drucken ließ, und wel⸗ ches mir drei Monate meines ſchmalen Einkommens koſtete. Alle Huldigungen, welche ich der Tochter beſtimmte, legte

ich unter das Couvert des Grafen. Dieſe kleine Arbeit

gefiel ihr und ſie ließ mich zu ihrem Cirkel zu. Der Graf gab mir laut den Namen eines Freundes und bewies mir ſeine Freundſchaft durch ein Vertrauen, von welchem ich einige weſentliche Vortheile zog. Das war ſein Wunſch, und obwohl er ſich nichts davon merken ließ, war es doch leicht zu ſehn, daß er mir pecuniär nützlich werden wollte.

Eines Tages ſagte der Konſul zu mir, ſeit vier Jah⸗ ren bemühe er ſich vergeblich, von der öſterreichiſchen Re⸗ gierung zu erwirken, daß die Diligence, welche wöchent⸗ lich von Trieſt nach Meſtre gehe, eine Station mehr mache und über Udine gehe, die alte Hauptſtadt des venetianiſchen

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