+
☛σ A
A
——
33
er ſah, in welche Toiletten⸗Unkoſten ich mich geſetzt. Kaum hatte ich ihm die Gründe meines Aufenthalts in Trieſt und meinen Wunſch nach Venedig zurückzukehren auseinander⸗ geſetzt, als er mir verſprach, Alles aufzubieten, um mir die Verzeihung des furchtbaren Gerichts zu erwirken; er glaubte nicht, daß ein Mann wie ich genöthigt ſei, nach ſiebenzehn⸗ zähriger Verbannung noch länger zu warten. Er dankte
mir für die Mühe, die ich mir in Florenz für ſeinen Nef⸗
fen gegeben, eine ſehr angenehme Mühe, und behielt mich bis zum Abend bei ſich, um ſich die verſchiedenen Ereig⸗ niſſe meines Lehens erzählen zu laſſen. Die Erzählung dauerte lange. Herr von Moroſini wurde nicht müde, mich anzuhören. Er freute ſich zu hören, daß Herr Zaguri mich unter ſeinen Schutz genommen, und er forderte mich auf, ihm zu ſchreiben, damit ſie in Uebereinſtimmung für mich handeln könnten; endlich empfahl er mich dem guten Kon⸗ ſul in den freundlichſten Ausdrücken. Dieſer war um ſo
mehr darüber erfreut, als er in offiziöſer Korreſpondenz mit
dem Secretair des Gerichtshofes ſtand und er ihn von den Zeichen der Theilnahme, die der Procurator mir gegeben, in Kenntniß ſetzen und ihm demgemäß melden konnte, daß
er in Folge jener Stimmung die größten Rückſichten für
mich haben werde.
Nach der Abreiſe Moroſini's befand ich mich in Trieſt in einem ſehr behaglichen Zuſtande. Ich that Alles, was von mir abhing, die Annehmlichkeiten meines Aufenthalts fortdauern zu laſſen nnd mit der Sparſamkeit zu le⸗ ben, welche der Stand meiner Angelegenheiten erforderlich machte. Ich hatte nur noch ein feſtes Einkommen von fünfzehn Zechinen monatlich; aber ich hatte durchaus auf's Spiel verzichtet und aß regelmäßig bei denjenigen meiner Freunde, welche mich ein⸗ für allemal eingeladen hat⸗ ten; es waren beſonders die Konſuln von Venedig und Frankreich.
Als ich gegen Ende des Karnavals den Ball beſuchte, der im Schauſpielſaale gegeben wurde, wurde ich von einer als Arlechin verkleideten Maske angeredet:
XVIII. 3
————


