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der Opferer opferte ſie an demſelben Tage. Es war dies ein doppeltes Liebesglück, und wie mir wohl ahnte, das letzte. Um dieſe Zeit, vielleicht zum erſtenmale in meinem Leben, ſtellte ich eine traurige Selbſtbetrachtung an, beklagte mein früheres Benehmen, fluchte den Fünfzigern, auf welche ich mit vollen Segeln losſteuerte, wiegte mich in keine Illu⸗ ſion mehr ein, und ſagte mir zu meinem Bedauern, daß ich keine andre Ausſicht mehr habe als die Unannehmlichkeiten des Alters, ohne Stellung und Vermögen, mit zweideu⸗ tigem Rufe und unnützem Bedauern. Um dieſe ſchmerz⸗ lichen Betrachtungen loszuwerden und auch zu einem mo⸗ raliſchen Zwecke habe ich dieſe Memoiren geſchrieben, welche vielleicht ein zu aufrichtiges Bild meines Lebens geben; man mag ſte veröffentlichen, wenn man will, mir liegt wenig daran, denn ich bin völlig enttäuſcht.
Am 11. November, nach einem Aufenthalte von zwei
Monaten verließ ich Ancona; nach vierundzwanzigtägiger
Schifffahrt gelangte ich nach Trieſt. Ich ſtieg im erſten Gaſthofe der Stadt ab; der Wirth fragte mich nach meinem Namen, ſchien ſich zu bedenken und ſagte dann, ich ſolle gut bewirthet werden. Am folgenden Tage holte ich meine Briefe von der Poſt. In der Korrespondenz meines Freun⸗ des Dandolo fand ich ein offnes Billet des Patriciers Marco Dono an den Baron Pittoni, den Vorſtand der Trieſter Polizei, dem er mich ſehr warm empfahl. Ich eilte ſogleich zu Pittoni und überreichte ihm ſelbſt das Billet. Ohne mich anzuſehn oder anzuhören nimmt derſelbe den Brief kalt hin, ſteckt ihn in die Taſche, ſagt, er ſei von meiner Ankunft ſchon unterrichtet und verabſchiedet mich. Von da ging ich zum Juden Moſes Levi, dem Korrespondenten meines Freundes Mardochai, der mich ebenfalls mit einem Empfehlungsbriefe, deſſen Inhalt ich nicht kannte, verſehen hatte. Dieſer Levi war ein reicher Mann, ohne alle Um⸗ ſtände, liebenswürdig und heiter; ich hatte den Brief auf
ſein Bureau gelegt, ohne mich bei ihm einführen zu laſſen;
bald darauf kam er zu mir und bot mir ſeine Dienſte und hundert Zechinen an, welche Mardochai zu meiner Verfü⸗ gung ſtellte. Ich war Mardachai Dank ſchuldig; ich be⸗
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