Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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erates habe ich meinen spiritus familiaris, der mir öfter von einem Entſchluſſe abräth, als er mir dazu räth. Die⸗ ſer gute oder böſe Geiſt beherrſcht mich in jedem Augen⸗ blicke und ohne daß ich es weiß; er macht ſeinen Einfluß auf jede meiner Handlungen geltend und beſtimmt mein ganzes Benehmen. Ich bin immer überzeugt geweſen, daß dieſer Genius nur mein Glück wolle; ich bin daher unter allen Umſtänden ſeinen Befehlen gefolgt, wenn nicht die Gelegenheit es anders mit ſich brachte.

Als ich eben in Ancona einfahren wollte, bat mich der Führer des Wagens, einen Juden neben mir ſitzen zu laſſen, der gut dafür bezahlen wolle.

Mir liegt wenig daran, ob Du bezahlſt? Der Wagen gehört mir; ich werde Niemand aufnehmen und am aller⸗ wenigſten einen Juden.

Aber, Signor, es iſt ein anſtändiger Jude, der durch⸗ aus Chriſt zu ſein verdient.

Ich möchte lieber zu Fuße gehn, als in ſolcher Geſell⸗ ſchaft fahren.

Aber ſogleich vernehme ich jene geheime Stimme, die Stimme meines guten Genius, welche mir befiehlt, den Ju⸗ den trotz meiner uͤblen Laune aufzunehmen. Ich rufe dem Fuhrmanne zu und der Israelit nimmt an meiner Seite Platz. Seine Phyſiognomie war ſanft, obwohl häßlich, ſein Benehmen furchtſam und wohlwollend.

Ich werde ſuchen, Ew. Herrlichkeit nicht läſtig zu fal⸗ len, ſagte er.

Sie werden mir nicht läſtig fallen, wenn Sie ſchweigen,

Ich ſehe, daß meine Nation Ihnen nicht zuſagt.

Nicht Ihre Nation, ſondern Ihre Religion ſagt mir nicht zu, da deren verabſcheuenswerthe Grundſätze Sie ver⸗ pflichten, die Chriſten zu haſſen und zu betrügen. Uebri⸗ gens iſt ein Jude immer auch Wucherer, und ich habe meine guten Gründe, dieſe Brut nicht zu lieben.

Ich könnte Ihnen antworten, daß wir Haß mit Haß erwidern, aber ich würde meinen Stamm verläumden. Ge⸗ hen Sie in unſre Synagogen, mein Herr, und Sie werden

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