Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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loſophen zu Felde, welche die Anbetung der Gottheit ange⸗ griffen haben. Was iſt hieraus anders zu folgern, als daß jedes Uebermaaß ſchädlich iſt und daß alle Tugend in der richtigen Mitte beſteht?

Während meines Aufenthalts in Peſaro durchblätterte ich die Sammlung des Marquis. Vergeblich ſuchte ich zwei der fescenniniſchen, priapiſchen Gedichte und eine Menge andrer Fragmente des Alterthums, die ſich in faſt allen Bibliotheken Italiens, namentlich im Vatican, im Manu⸗ ſcripte finden. Das Werk bewies weniger die Gelehrſamkeit und den Scharfſinn ſeines Herausgebers als ſeine Neigung für gelehrte Forſchungen; denn ſeine ganze Arbeit beſchränkte ſich darauf, daß er alle Gedichte geſammelt und in chrono⸗ logiſche Ordnung gebracht hatte. Er hatte keine Anmer⸗ kungen, keinen Commentar hinzugefügt; es war eine wahre Compoſition. Ueberdieß ließ, wie ich ſchon geſagt, der Druck viel zu wünſchen übrig; die Typen waren dick und unrein, das Papier grob, die Ränder klein, die Druckfehler ſehr zahl⸗ reich. Das Werk hatte keinen Erfolg; es verkaufte ſich

nicht, und da der Marquis nicht reich war, ſo erklärte ich mir hieraus den Unfrieden in ſeiner Familie und das Fa⸗

miliengeheimniß, welches alle Familien ſo gut bewahren. Dagegen gaben mir die Abhandlung über das Almoſen

und das Verbot dieſes Werks eine ziemlich gute Meinung

von ſeiner Wiſſenſchaft und ſeinem Talente. Er hatte, ohne es zu ahnen, dem römiſchen Hofe ziemlich grobe Wahrhei⸗ ten geſagt. Im Grunde hatte er Recht; wer wird aber wohl gegen Rom je Recht behalten? Um ſeinen und der chriſtlichen Welt Beifall zu erlangen, muß man alle ſeine Grundſätze annehmen und den Mißbräuchen, welche es in Gebräuche verwandelt hat, ſeinen Beifall geben.

Man wird mich vielleicht fragen, warum ich mich nicht in Peſaro einſchiffte, um nach Trieſt zu gelangen, und umſomehr, als keine Herzensangelegenheit oder irgend ein Geſchäft mich nach Ancona rief. Ich muß darauf antwor⸗ ten, daß ich nach Ancona ging, weil ein gewiſſes Ich weiß nicht was mich dorhin zog. Ich bin immer ſehr abergläu⸗

biſch geweſen; mein Leben zeigt dies hinlänglich. Wie So⸗

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