Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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tete Satire zu ſehn und verbot das Buch. Mosca war

ein ebenſo geſchickter Linguiſt wie gelehrter Theologe und ein eifriger Anhänger des großen Auguſtinus, deſſen Theorie ſich ſehr dem Janſenismus nähert. Der Marquis hatte eine reiche Bibliothek; ſie enthielt beſonders, ein unerſetz⸗ licher Schatz für einen Helleniſten, eine ungeheure Menge Commentarien über alle griechiſchen und lateiniſchen Dichter vom Aeſchylus und Ennius an bis zum zwölften Jahrhun⸗ dert; Mosca hatte alle dieſe Werke auf ſeine Koſten in Folio drucken laſſen; die Ausgaben waren gut, aber in typo⸗ graphiſcher Hinſicht ſchauderhaft. Ich wagte es ihm zu ſa⸗ gen, und er gab es zu; um eine Mehrausgabe von 20,000 Livres zu ſparen, hatte er ſich eines Gewinnſtes von 50,000 Thalern beraubt; er ſchenkte mir eine ſeiner Samm⸗ lungen, ſo wie eine andere Folioausgabe, Marmora pesa- rentina; hätte ich Zeit gehabt, das letztere Werk zu leſen, ſo würde ich alle Alterthümer, welche die alte Stadt Pe⸗ ſaro enthält, kennen gelernt haben.

Der Marquis ſtellte mich beim Mittagseſſen ſeiner Frau und ſeiner Familie vor; er hatte drei Söhne und zwei Töchter, alle ſchön und gut erzogen. Dieſes Familien⸗ bild machte auf mich einen der angenehmſten Eindrücke, die ich je gehabt. Die Marquiſe noch ſchön, obwohl dem rei⸗ fern Alter nahe, war eine Frau vom beſten Tone; Alles an ihr hatte einen vornehmen Charakter, Benehmen, Hal⸗ tung, Sprache; ſie wußte, in welchem Maaße von jeder Sache geſprochen werden darf und wie ſie in Bezug auf die Perſon, mit welcher man ſpricht, geſagt werden muß. Die Kunſt der Unterhaltung iſt vielleicht die ſchwierigſte, die es giebt, weil ſie jede Art von Geiſt vorausſetzt. Ihr Mann ſtand ihr in jeder Beziehung nach, er war ein Ge⸗

lehrter in der ganzen Brutalität des Ausdrucks und weiter

nichts. Wie es hieß, ſtanden ſie nicht immer in gutem Vernehmen, und ihre Haushaltung litt darunter, obwohl ſie Fremde nichts davon merken ließen; wäre es mir nicht geſagt worden, ſo hätte ich es nicht gewußt. Der franzö⸗ ſtſche Philoſoph La Bruyeére ſagt irgendwo, wenn ich nicht irre, in jeder Familie werde eine Komödie geſpielt, durch

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