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und rufe, aber Niemand meldet ſich. Das war für mich ein Lichtſtrahl. Ich ſchleiche ſchnell zu dem kleinen Ton⸗
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habe den Dieb entdeckt; er iſt beim Abbé. Die arme Frau begreift nicht, warum ich ſo wüthend bin. Ich ziehe ſie hinter mir her und drohe den Liebenden, die Thür einzu⸗ ſchlagen, wenn ſie ſie nicht augenblicklich öffnen würden. Sie mußten ſich fügen. Man wird ſich wohl denken, daß ich der Viscioletta für immer Lebewohl ſagte. Das war die dummſte meiner letzten Thorheiten.
Zur ſelben Zeit fand Severini, der keine Stelle hatte, eine ſolche bei einem jungen neapolitaniſchen Grafen; er verließ Bologna und ich dachte daran, ſeinem Beiſpiele zu folgen. Zaguri, mit welchem ich ſeit meinem Abenteuer mit dem angeblichen Grafen Albergati in Korrespondenz ſtand, hatte die Hoffnung, meine Zurückberufung nach Venedig zu be⸗ wirken. Dandolo ſchrieb mir ebenfalls; es ſchien ihm an⸗ gemeſſen, daß ich in der Nähe der Gränzen der Republik bleibe, um das Inquiſitions⸗Tribunal in den Stand zu ſetzen, mein Benehmen zu beobachten und ſich zu überzeu⸗ gen, daß es vorwurfsfrei ſei. Der Proveditor Zuliani, der Bruder der Herzogin von Fiano, trat dieſer Anſicht bei und verſprach allen ſeinen Kredit zu meinem Gunſten auf⸗ zubieten. Wohin ſollte ich mich aber begeben? Meine An⸗ tecedenzien in Ferrara und Mantua lächelten mir nicht ſehr zu; ich entſchied mich für Trieſt. Da ich dieſe Stadt nicht zu Lande erreichen konnte, weil ich venetianiſches Gebiet hätte durchreiſen müſſen, ſo beſchloß ich über Peſaro nach Ancona zu gehn und mich dort einzuſchiffen. Ich hatte ein Empfehlungsſchreiben an den Marquis Mosca in Peſaro, einen ausgezeichneten Gelehrten, den ich längſt ſchon kennen zu lernen gewünſcht hatte. Er hatte kürzlich ſeine Abhand⸗ lung über das Almoſen herausgegeben; der römiſche Hof glaubte in dieſem Werke eine gegen die Geiſttlichkeit gerich⸗


