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werbungen Anſtoß genommen, fing an ſie zu dulden, Dank dem Worte Heirath, welches auf leichtgläubige Gemüther nie ſeinen Eindruck verfehlt. Ich wartete nur noch auf ein Zuſammentreffen unter vier Augen, um eine Löſung her⸗ beizuführen. Die Schwierigkeiten waren groß und reizten nur meine Liebe. Die Schöne ſchien einzuwilligen, aber man mußte im Hauſe ſelbſt einen paſſenden Ort für unſre Zuſammenkünfte finden. Ich kannte die Armuth des Ton⸗ ſurirten und ohne ihm einen Grund anzugeben, bot ich ihm vier Louisd'ors, wenn er auf vierzehn Tage ander⸗ wärts wohnen wolle. Er erröthete und lehnte es ab. Ich ſtieg allmälig bis auf zwanzig. Er blieb gleich hartnäckig. Endlich erklärte er, er würde ſein Zimmer nicht für tau⸗ ſend abtreten. Er hatte zur Nachbarin auf demſelben Flure, eine Paduanerin, eine ziemlich appetitliche Perſon, obwohl ſchon bei Jahren. Ich glaubte, ſie ſtänden in gutem Ver⸗ nehmen.
Ich ſagte zu ihm: Herzensangelegenheiten feſſeln Sie an dieſe Wohnung. Derſelbe Grund hat mich bewogen, Ihnen dieſen Vorſchlag zu machen; behalten Sie alſo Ihr Zimmer; könnten Sie es mir aber nicht für eine Nacht abtreten:
Der Tonſurirte erröthete von Neuem; aber diesmal vor Zorn. Ich glaubte ihn beleidigt zu haben und brach ab.
Am folgenden Tage nahm er mich aber lächelnd bei Seite, und ſagte, wenn ich mit einer Bodenkammer zufrie⸗ den ſein wolle, ſo befinde ſich eine ſolche im dritten Stock⸗ werke des Hauſes.
Bodenkammer oder Zimmer iſt mir gleich viel, ſagte ich; wie ſoll ich aber den Schlüſſel bekommen?
Es iſt die Speiſekammer von Madame Viscioletta.
Sogleich verſah ich mich mit einem Dietrich und Nach⸗ ſchlüſſeln. Ich öffnete leicht die Thür des Verſchlags und ſah, daß es möglich war, hier eine Matratze anzubringen. Ich theilte der Schönen meine Entdeckung mit, welche etwas verwundert ſchien. Sie äußerte einige Bedenken, über welche ich leicht triumphirte. Wir verabredeten, daß ſte mich auf⸗ ſuchen ſolle, ſobald die Tante eingeſchlafen ſein würde. Um


