Teil eines Werkes 
18. Bd. (1851)
Entstehung
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Der Leſer, dem ich in dieſem Augenblicke eine Menge Abenteuer erzähle, die hein. nicht perſönlich betroffen, wird ohne Zweifel glauben, ich ſei vernünftig geworden. Es iſt dem nicht ſo. In Bologna verliebte ich mich wahnſinnig in ein junges Mädchen, bei welchem ich die Nachtheile des Alters durch reiche Geſchenke ausgleichen mußte, da ich nicht im Stande war, meine Leidenſchaft zu beherrſchen. Meine vielfachen Niederlagen haben mich daher auch nachſichtig gegen alle diejenigen gemacht, die geneigt ſein ſollten, mir nachzuahmen. Den Unſchuldigen, welche mich in dieſer Hinſicht, wie in ſo vielen andern, um Rath bitten möchten, würde ich ins Geſicht lachen, da ich zum Voraus weiß, daß ſie ihn nicht befolgen würden. Der Menſch iſt ein Thier, welches nur durch eigne Erfahrung klug wird! In Folge dieſer allgemeinen Anlage wird die Welt, ſo lange ſie be⸗ ſtehen wird, der Unordnung und den Ausſchweifungen Preis gegeben ſein. Unter den Tauſenden von Menſchen, die mir auf meinen Irrfahrten begegnet ſind, wie viele vernü und erfahrene hat es wohl unter dieſen gegebe

Il en est jusquà trois que je pourrais nomm

Und ich gehöre nicht zu dieſer Zahl.

Die kleine Viscioletta zwohnte bei einer ſie mit Argusaugen hütete. Ich lernte ſie bei Severini ken⸗ nen, wohin die ehrwürdige Duegna ihre Nichte mitnahm, um Muſik zu machen. Ein junger Tonſurirte deſſen re Beſtimmung nicht das Kloſter war, wohnte im Ha ie⸗ ſer Damen. Durch ſeine Aufmerkſamkeiten und Gefällig⸗ keiten hatte er das Herz der Tante zu erobern gewußt, Ich war weit entfernt zu glauben, daß er ein Auge auf die Nichte geworfen; wenigſtens ließ er ſich davon nichts mer⸗ ken. Die junge Viscioletta begegnete ihm mit kaltem und trocknem Tone, dem ſicherſten Zeichen der Gleichgültigkeit bei den Frauen. Niemals hatte man von beiden Seiten beſſer geheuchelt, wie ich auf meine Koſten erfuhr. Seit vierzehn Tagen überhäufte ich die Schöne mit Aufmerkſam⸗ keiten; die Bonbons, Geſchenke folgten ununterbrochen auf einander, und ich glaubte ſchon, einem ſichern Siege ent⸗ gegenzugehn. Die Tante, welche anfangs an meinen Be⸗

nte, welche