Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8̈⸗

V89 2=2 A u

-

2

143

in Paris auf einer Miſſion, die durchaus keinen apoſtoli⸗ ſchen Charakter hatte, kennen gelernt. Als der Herzog von Berry, Enkel Ludwig XV., geboren wurde, hatte Benedikt XVI. den Kardinal beauftragt, geweihte Windeln für das könig⸗ liche Kind an den Hof von Verſailles zu überbringen. Der kleine Fürſt(ſpäter Ludwig XVI.) erhielt an dieſem Tage den Segen der beiden größten Hurenböͤcke der Welt, ſeines Großvaters und des guten Kardinals Brancaforte, der nicht aus den Bordells herauskam.

Als er mich erblickte, fiel er mir um den Hals und ſagte: Per Dio! ich erwartete Sie.

Ew. Eminenz hat Unrecht, und nur der Zufall hat mich hierher geführt.

Sie hatten Ihren Kumpan Brancaforte vergeſſen Sie ſind ein Undankbarer! Wie geht es mit der Liebe?

Pianissimo, Eminenz.

5 Wie bei mir; ich möchte wohl noch, wage aber nicht mehr.

Ew. Eminenz hat zu viel gewagt.

Das iſt wahr, ich bin ein großer Liederjahn geweſen; Sie wiſſen etwas davon zu erzählen. Doch ſeien Sie hier ruhig und laſſen Sie kein Wort über unſer Jünglingsleben verlauten. In Florenz haben Sie hübſche Streiche gemacht; welchen Antheil haben Sie von den zwölftauſend Pfund Sterling des jungen Engländers erhalten?

Mir ſtieg die Röthe ins Geſicht, und ich antwortete Sr. Eminenz, indem ich ihm die Abſchrift des Briefes zeigte, den ich an den Großherzog geſchickt.

Es iſt ſchade, daß Sie unſchuldig ſind, ſagte der Kar⸗ dinal lachend, denn nach der Beſtrafung, die Sie getroffen hat, wird man Sie überall für ſchuldig halten.

Der Kardinal, welchem die mehr oder weniger aufrich⸗ tigen Gefühle fremd waren, die man mit dem pomphaften Namen Grunſdſätze belegt, hatte ein Laſter, welches ich im⸗

mer für gemein gehalten habe; er ſtand im ſtarken Ver⸗

dachte der Päderaſtie, einer gemeinen Neigung, welche mit dem Alter zunimmt. In Bologna wimmelte das Haus

-=y-⸗öõʒo⅓ .