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dieſer Gelegenheit zum Beſten gehabt, und daß die Flucht des Florentiners mit Armellinen durch ein Komplott meiner Freunde zu Stande gekommen. In meiner wahnſinnigen Aufregung verließ ich Rom, um die Flüchtigen zu verfolgen; aber als ich in Florenz aukam, hatte die Vernunft wieder die Oberhand gewonnen und meine Liebesverzweiflung verging.
Im Theater von Franz Regnard befindet ſich ein rei⸗ zendes Schauſpiel, der Spieler betitelt, wo der Held, vom Glücke verlaſſen, ſeine Leidenſchaft ändert und wieder an ſeine Geliebte denkt. Von Armellinen verlaſſen, änderte ich ebenfalls meine Leidenſchaft und ſtudirte fleißig, bis eine neue Leidenſchaft mich wieder zerſtreute. Bei dem Buch⸗ händler, welcher mir die Bücher verſchaffte, deren ich be⸗ durfte, fand ich einen gut ausſehenden Fremden, mit wel⸗ chem ich eine Unterhaltung anknüpfte. Ich ſagte ihm, ich habe eine Ueberſetzung der Iliade übernommen; er theilte mir hierauf mit, daß er die griechiſche Mythologie ins La⸗ teiniſche überſetzt. Wir tauſchten unſre Karten aus, erfreut daß wir uns unſre beiderſeitigen Kenntniſſe würden mit⸗ theilen können. Unſere Verbindung beſtand während unſers ganzen Aufenthalts in Florenz, ohne daß einer von uns den Wunſch empfunden hätte, die Tafelfreuden oder andre Zerſtreuungen mit dem Andern zu theilen; zwei Männer, welche durch die Liebe zur Wiſſenſchaft verbunden ſind, verzichten gern auf jede Gemeinſchaftlichkeit der Vergnü⸗ gungen, die ihnen koſtbare Augenblicke rauben würde. Mein Freund nannte ſich oder nennt ſich, wenn er noch lebt, Everardo Medici. T. B. Allegranti, bei welchem ich damals wohnte, hatte eine junge und ſehr hübſche Nichte; da ich jetzt ein Feind verliebter Zerſtreuungen und weltlicher Freu⸗ den war, ſo miethete ich zwei Zimmer bei einem alten Weibe, welches keine Nichte hatte. Dieſe Magdalene Alle⸗ granti, die mich wie einſt den tugendhaften Joſeph in die Flucht trieb, wurde ſpäter als Schauſpielerin beruͤhmt. Zur ſelben Zeit kam der Graf Stratico mit ſeinem jungen Zög⸗ linge, dem jungen Moroſtini, nach Florenz. Der arme Graf hatte ſich das Bein gebrochen, und da er ſeinen jungen Zögling nicht ſich ſelbſt überlaſſen wollte, ſo bat er mich,
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