Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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liebt geweſen wäre. Von der Superiorin hörte ich, daß auch im Kopfe dieſes jungen Mädchens Heirathsgedanken ſpukten, und daß ich ihr einen großen Dienſt erweiſen könnte, wenn ich ihr einen Dispens verſchaffte.

Auf welchen Grund hin?

Sie liebt ihren Neffen, einen jungen Mann ihres Alters.

Ich werde mich damit beſchäftigen, oder vielmehr der

Kardinal Bernis wird ſich damit beſchäftigen.

Wie man ſieht, war ich damals im Paroxismus un⸗ begreiflicher Verheirathungswuth. Auch früher hatte ich eine Menge junger Mädchen verheirathet; aber ſie waren durch den Rachen des Wolfs gegangen und ich hatte ihnen meine Zähne eingedrückt. Aber jetzt gingen mir alle guten Biſſen vor der Naſe vorbei. Das Ende des Karnavals nahte heran und Armelline brannte vor Begierde auf den Ball zu gehn, beſonders aus einem Grunde, den man wohl errathen wird. Es war mir gelungen, eine Tanzkneipe aus⸗ findig zu machen, wo ich hoffen durfte, nicht erkannt zu werden. Ich ließ die beiden Kleinen neapolitaniſche Ma⸗ troſenkoſtüme anlegen; als ich aber in den Saal trete, finde ich die Marquiſe von Aoſte, ihren blödſinnigen Mann und den Abbé. Der eine der Herren führte eine große und ſchöne Perſon, der ich meine Huldigungen darbringen wollte, als ich unter dieſer Verkleidung den ſchönen Florentiner erkannte. Die Marquiſe bemächtigte ſich Scholaſticas, der Marquis und der Abbé faßten mich unter den Arm und der Florentiner entſchlupfte mit Armellinen. Da ich eifer⸗ ſüchtig wie ein Tiger war, ſo verfluchte ich den Ball, alle Kloſterbewohnerinnen und Klöſter. Gegen Mitternacht fand ich Armelline im Saale wieder; ſie beachtete meine üble Laune nicht. Ich brachte ſie zur Superiorin und bedeutete ihr, daß ſie weder das Theater noch andre öffentliche Ver⸗ gnügungen ferner werde beſuchen dürfen, worauf ich mich voller Schaam und Aerger zu Bett legte. Am folgenden Tage um zehn Uhr meldete mir ein Billet der Superiorin, daß meine Schöne in der Nacht durch einen Unbekannten entführt worden; erſt ſpäter erfuhr ich, daß Alle mich bei