Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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Meine Begleiterinnen waren müde.

Wir wiſſen aus guter Quelle, daß es nicht Ver⸗ wandte des venetianiſchen Geſandten ſind.

1 Das war eine Lüge, wegen deren ich um Verzeihung itte.

Sie ſind ein wahrer Wehrwolf, der ſeine Eroberungen und ihren Stand verbirgt. Man kennt ihn indeß.

Deſto beſſer für die Neugierigen.

Die jüngſte iſt reizend; Sie wiſſen das längſt, nicht wahr?

Auch Andre wiſſen es.

Hier ſtieß der Florentiner einen tiefen Seufzer aus.

Da Sie Gewalt über ſie haben, ſo ſagen Sie ihr doch, ſte möge ſich etwas ſchminken und pudern.

Warum das, Madame? Sie iſt friſch und voll; ihre Haare ſind prachtvoll. Warten Sie, bis ſie das dreißigſte Jahr erreicht hat, um ihr einen ſolchen Rath zu ertheilen. Uebrigens geht mich das nichts an, und Gott ſoll mich bewahren, irgend etwas von ihr zu fordern!

Die letzten Worte ſchleuderte ich ihr mit einer Art Wuth zu. Der Florentiner rührte ſich nicht, und dies Be⸗ nehmen ſtimmte mich ziemlich günſtig für ihn. Im Laufe der Unterhaltung erfuhr ich, daß er ſich in Italien ver⸗ heirathen wolle und daß, ſobald er eine Frau gefunden, er nach London abgehen werde. Er überhäufte mich mit Be⸗ weiſen der Achtung und Freundſchaft und machte mir alle nur erdenkbaren Dienſtanerbietungen. Er mußte wohl einen geheimen Beweggrund haben, um ſo zu handeln. War das nicht eine gute Partie für Armelline? Aber ich konnte meine dumme Eiferſucht nicht los werden.

Es wurden alle Vorbereitungen fuür Emiliens Verhei⸗ rathung getroffen; der Tag, wo ſie das Kloſter verließ, wat

ihr Hochzeitstag. Sie reiſte ſodann mit ihrem Manne nach Civita⸗Vecchia. Drei Tage ſpäter heirathete Menicuccio ſeine Geliebte und ich ſah am Gitter Armelline in Geſell⸗ ſchaft einer neuen Penſionairin. Dieſes junge Mädchen, welches Scholaſtica hieß, war reizend. Ich würde mich in ſie verliebt haben, wenn ich nicht ſchon in Armelline ver⸗