Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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Das würde eine lange Geſchichte werden, entgegnete ich, und ich müßte ihr das paſſende Kolorit geben können. Das Gemälde würde alſo im Geſchmack unſerer Abend⸗ unterhaltungen mit M. M. ausfallen? Ich nickte bejahend. Dann, mein Lieber, können Sie mir die Geſchichte ein andermal erzählen. Der Kardinal übergab mir an dieſem Abend den Dis⸗ pens, um welchen ich ihn für Emiliens Zukünftigen er⸗ ſucht hatte. Der Florentiner ſtellte ſich pünktlich zu der von ihm beſtimmten Zeit ein. Ich fand ihn ſo, wie die Marquiſe ihn mir geſchildert, aber das ſchlechte Kompliment, welches er mir zugezogen, lag mir noch immer auf dem Herzen. Als er mich fragte, ob die junge Perſon, die er in meiner Loge geſehn, verheirathet oder verlobt ſei, ſo erwiederte ich trocken, er ſolle ſeine Erkundigungen einſtellen oder ſie ander⸗ wärts einziehn, da die junge Dame incognito ins Theater gekommen. Er erröthete und entſchuldigte ſich. Ich fürch⸗ tete zu weit gegangen zu ſein und um mich zu entſchul⸗ digen, lud ich mich für den folgenden Tag zum Fruühſtück bei ihm ein. Er wohnte in dem Hauſe Rolands, wo da⸗ mals auch die Sängerin Gabrielli, Maitreſſe des Fürſten Baptiſt Borgheſe, wohnte. Nachdem ſich der Florentiner entfernt, eilte ich zu den VPVeſtalinnen. Emilie war freudeſtrahlend, denn ich brachte ihr ihren Heirathskontrakt. Armelline war dagegen höchſt betrübt. Was ſoll ich hier machen, wenn Emilie weg iſt? Was ſoll aus mir werden, wenn Sie abreiſen? Ich werde Rom nicht eher verlaſſen als bis Sie ver⸗ heirathet und ausgeſteuert ſind.

Ihr Geſicht klärte ſich ſogleich auf. Ich ſah, daß ſie mich nie geliebt oder mich nicht mehr liebte. Ich ging zur Marquiſe von Aoſte zum Mittagseſſen und war ſicher, den Florentiner hier zu finden. Sie empfing mich mit der ab⸗ geſchmackten Frage: Warum ſind Sie nicht bis zum Schluſſe des Schauſpiels geblieben?