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Es iſt nicht davon die Rede, ſondern von ſeinem Com⸗ plimente!
Es iſt ein kühnes Compliment, aber er hat gewiß ſeine gute Abſicht dabei gehabt.
Ich zweifle nicht daran.
Vielleicht iſt es der Gebrauch der feinen Welt, ein Mädchen, welches man zum erſtenmale ſteht, zum Erröthen zu bringen.
Und welches Einem gefällt, ſetzte ich hinzu; nein, meine Theure, das iſt nicht der Gebrauch, oder wenigſtens verbietet es die Höflichkeit und wer die Welt kennt und die gute Geſellſchaft liebt wird ſich ſo etwas nicht geſtatten.
Ich ſagte keine Sylbe weiter und ſchien meine ganze Aufmerkſamkeit der Muſik zu ſchenken; in Wahrheit aber wünſchte ich Muſik und Schauſpiel zum Teufel, denn ich erſtickte beinahe vor Wuth. Dieſer Florentiner, ſagte ich zu mir, hat wohl bemerkt, daß ich Armellinens Liebhaber bin; warum hat er ſich denn dieſe Erklärung unter meinen Augen geſtattet? Wie es ſcheint macht er ſich nicht viel aus meinem Mißfallen, ohne Zweifel hält er mich für einen bloßen Kavaliere ſervente, für einen gutmüthigen Tropf. O Wuth! Ich habe ſiebenundvierzig Jahre auf dem Haupte! Ich glaube, ich ſprach die letzten Worte ſo laut, daß ſie gehört werden konnten, denn die gefühlvolle Armeliine ſchickte mir einen rührenden Blick zu und forderte mich mit ihrer gewöhnlichen Naivetät auf mich zu beruhigen.
Weshalb ſagen Sie mir das? entgegnete ich barſch.
Weil Sie zu glauben ſcheinen, die Schmeicheleien des Fremden baben Eindruck auf mich gemacht.
Das arme Kind fühlte nicht, daß dieſer vermeintliche Troſt, den ſie mir bot, einen ihrer Abſicht zuwiderlaufenden Eindruck machen mußte.
Ich glaube es nicht, verſetzte ich noch barſcher; aber der Herr konnte ſchweigen: er hat mich beleidigt.
Welche Kinderei! Ich bin überzeugt, daß der junge Mann Ihnen ein Compliment hat machen wollen; er hat mich wahrſcheinlich für Ihre Tochter gehalten.
Leſer, der Du in meinem Alter und nicht Familien⸗ XVII. 9


