Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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ſollte mir Armelline entreißen und mich allen Qualen der Eiferſucht Preis geben. Nun urtheile man, ob das Leben ein erträglicher Zuſtand iſt, wenn ein Mann in reifem Al⸗ ter, der auf Liebesabenteuer ausgeht, von der Hand eines jungen Mädchens eine Ohrfeige bekömmt, wie ich ſie bekam.

Ich weiß nicht, ob ich ſchon geſagt, daß Emilie, welche die Heirathsanträge und die Huldigungen eines jungen Kaufmanns aus Civita⸗Vecchia erhielt, mich bat, mich ihrer Liebe anzunehmen. Dieſer junge Mann hatte eine Intri⸗ gue mit einer Witwe gehabt, welche Rechte auf ſeine Hand zu haben glaubte und mit öffentlichem Skandal und einem Prozeſſe drohte. Es handelte ſich darum, den Schlag ab⸗ zuwehren. Der Kardinal von Bernis gab ſich dazu her. Emiliens Freude ging Armellinen zu Herzen, und obwohl ſte mir fortwährend unſchuldige Zeichen ihrer Zuneigung gab, ſo bemerkte ich doch ein gewiſſes Schlagen des Her⸗ zens, welches ſagen wollte: Wann wird ein Mann für mich erſcheinen? Die Frauen, welche im Allgemeinen für die Liebe ihr ganzes Leben hingeben, ſtreben nach der Ehe wie nach einer großen Emancipation, Sie gewinnen ihre Frei⸗ heit auf Koſten der unſrigen; ein junges Mädchen hat eine unbeſtimmte Ahnung davon, und weiß dem Manne Dank, der ihr dies ungeheure Opfer bringt. Armelline liebte in meiner Perſon einen Andern; ich ſollte es erfahren.

Ich war eines Abends mit meinen beiden jungen Freun⸗ dinnen im Theater der Capranica, als ich in der benach⸗ barten Loge die Marquiſe von Aoſte bemerkte; drei Perſonen begleiteten ſie, zunächſt ihr unvermeidlicher Gatte, ſodann der Abbé und ein junger Mann, von ſehr gutem Aus⸗ ſehn. Die Marquiſe fragte mich, wer die jungen meiner Obhut anvertrauten Mädchen ſeien.

Es ſind, entgegnete ich, Verwandte des venetianiſchen Geſandten.

Sie ſind ſehr hübſch, beſonders die jüngſte.

Ich habe nie in meinem Leben eine ſchönere Perſon geſehn, ſagte der junge Mann begeiſtert und bot bei dieſen Worten Armellinen eine Düte mit Zuckerwerk an, welche er ſie mit ihrer Nachbarin zu theilen bat.