Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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Ihr Männer ſeid doch grauſam; Ihr beſtraft uns für

unſre Pflichten, die Ihr nicht habt. In dieſem Augenblicke erſchien Armelline. Sie war ſehr bleich.

Armelline, ſagte ich, nehmen Sie Ihre liebenswürdige Heiterkeit wieder an; möge das Lächeln wieder auf Ihren Lippen ſchweben und geſtatten Sie, daß ich mich durch die Flucht von einer Krankheit zu heilen ſuche, welche mich in Gefahr bringt, Sie Ihren Pflichten abwendig zu machen. Ich werde immer Ihr Freund bleiben; wollen Sie das nicht?

Statt aller Antwort trocknete ſie ihre Thränen.

Da ich ferner nicht will, daß auf Sie, die Sie ſo tu⸗ gendhaft ſind, Verdacht falle, ſo werde ich Sie einmal wö⸗ chentlich beſuchen.

Sie hätten nicht zuerſt alle Tage kommen ſollen.

Ich beſtrafe mich hinlänglich für einen Fehler, deſſen Schuld Ihre Schönheit trägt. Seien Sie mir aber auch dazu behülflich, daß ich wieder zur Vernunft komme. Ich muß Sie zu dieſem Behufe ſo ſelten wie muglich ſehn; das iſt der vernünftigſte Entſchluß den ich faſſen kann, derjenige, der mit meiner Ehre und der Achtung, welche ich Ihnen ſchulde, am Meiſten in Einklang ſteht.

Ach, mein Herr, warum können Sie mich nicht lieben, wie ich Sie liebe!

Ruhig, nicht wahr? Ohne Begierden zu fühlen, ohne Feuer, ohne Schmerzen; das iſt nicht meine Weiſe; ich liebe mit Leidenſchaft, mit Trunkenheit, d. h. mit Schmerzen.

Wer ſagt Ihnen denn, daß ich nicht leide?

Dann ziehn Sie Ihrer Liebe Ihre Pflichten vor. Spre⸗ chen Sie offen; ſollte dieſe vorgebliche Liebe Ihnen wirklich Schmerzen verurſachen?

Ich würde ſehr leiden, wenn ich die Begierden, die ich beim Gedanken an Sie empfinde, unterdrücken müßte; im Gegentheil aber nähre ich ſie, und ſie ſind mir theuer. Ich möchte, daß Sie mein Vater oder mein Bruder wären, um Sie mit unſchuldigen Liebkoſungen zu bedecken; in meinen

erregten Träumereien möchte ich ſogar, daß Sie zu meinem

Geſchlechte gehörten und gleich mir in dieſen Mauern ein⸗

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