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liche Schwäche und ich würde nie geglaubt haben, daß Sie in Zeit von zwei Monaten, und während Ihrer langen Zuſammenkünfte in den Grenzen ſolcher Zurückhaltung ge⸗ blieben wären. Zehn Küſſe würden mich weniger verdrie⸗ ßen als dieſer Bruch.
Aber, Madame, die Kleine leidet nicht darunter.
Im Gegentheil, ſie weint Tag und Nacht.
Sie weint, weil man meine Abweſenheit auf eine für ſie beleidigende Weiſe deutet.
Welche Kinderei! Machen wir der Sache ein Ende, und holen Sie morgen beide zum Theater ab.
Sie fordern es, und ich unterwerfe mich; aber verheh⸗ len Sie ihnen nicht, daß ſie mich auf Ihre Bitten wie⸗ derſehn.
Zur verabredeten Stunde ließ ich Armelline ins Sprech⸗ zimmer rufen; Emilie erſchien zuerſt und warf mir mein Benehmen vor.
Ein Mann, der aufrichtig liebt, würde nicht ſo han⸗ deln; ferner haben Sie Unrecht gethan, der Superiorin Alles zu geſtehn.
Sie irren ſich, meine Theure; würde ich mich wohl gegen die Dame ausgelaſſen haben, wenn meine Mittheilun⸗ gen irgend wie den Schein des Ernſtes gehabt hätten?
Alſo war es nur ein Spiel?
Ein Scherz, wenn Sie wollen.
Sie ſind ja ein Ungeheuer. Armelline iſt unglücklich, ſeitdem fir Sie kennt.
Binden Sie das Andern auf. Warum unglücklich?
Weil ſie ihren Pflichten treu bleiben will, und weil ſie wohl geſehn hat, daß Sie darauf ausgehn, ſie von den⸗ ſelben abwendig zu machen.
Beruhigen Sie ſich; ich werde ſie nicht ſtören.
Ich verſtehe; Sie wollen ſie nicht mehr ſehn.
Sehr richtig. Vielleicht wird mir dies Opfer ſchwer werden, aber man gewöhnt ſich an Alles.
Sie kann alſo ſchon jetzt veroh rechnen, daß Sie ſie nicht lieben?
Das ſteht ihr frei.


