Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

33

*8**

ſandten, um meine visite de digestion, wie die Franzoſen ſagen, zu machen; aber zu meinem großen Erſtaunen ſagte dieſer: Es iſt Niemand zu Hauſe. Ich beruhige mich nicht dabei und nun macht er mir weiter kein Hehl daraus, daß er den beſtimmten Vefehl bekommen hat, mich nicht einzu⸗ laſſen. Ganz beſtürzt gehe ich nach Hauſe und bitte in einem eiligſt geſchriebenen Billette Manucci um die Erklä⸗ rung ſeines Benehmens. Mein Bedienter geht nach der Geſandtſchaft und bringt mir mein Billet unerbrochen zu⸗ rück. Der Graf Manucci hatte den Befehl gegeben, meine Briefe nicht anzunehmen. Was war denn vorgegangen? Vergebens ſpannte ich meinen Geiſt auf die Folter, um den Schlüſſel zu dieſem ſonderbaren Benehmen zu finden, als ein Lakai der Geſandtſchaft mit einem Briefe erſchien. Die⸗ ſes Schreiben von Manucci enthielt ein andres vom Baron von Fratture an den Grafen. Dieſer Intrigant erſuchte ihn um hundert Piſtolen und erbot ſich dafür ihm einen gehei⸗ men Feind anzugeben, den er als ſeinen Intereſſen im höch⸗ ſten Grade ergeben betrachte. Der Brief Manucci's nannte dieſen Feind: ich war es; der Leſer wird es ſchon errathen haben. Ich hatte mich allerdings einer Indiscretion ſchul⸗ dig gemacht, da ich ihm die innigen Beziehungen zwiſchen dem Geſandten und ſeinem Günſtling anvertraut; aber der Verräther hatte meine unbeſonnenen Ausplaudereien über⸗ trieben. Jeder Satz des Sendſchreibens von Manucci war eine Beleidigung und daſſelbe endete mit dem Befehle: Ich will, daß Sie Madrid binnen acht Tagen verlaſſen.

Da ich wirklich Unrecht hatte, ſo legte ich Manucci ein vollſtändiges Geſtändniß ab, entſchuldigte mich und er⸗ bot mich zu jeder Genugthuung, die er für angemeſſen halte; aber ich ſagte ihm auch, daß ich auf jede Gefahr hin ent⸗ ſchloſſen ſei, Madrid nicht zu verlaſſen. Um ſicherer zu ſein, daß mein Brief an ſeine Adreſſe gelangen werde, ließ ich die Adreſſe von meinem Bedienten ſchreiben und brachte ſie ſelbſt nach dem Poſtbureau des Prado. Manucci empfing ſie und beantwortete ſie nicht. Vor Zorn blieb ich zwei Tage lang zu Hauſe. Am dritten Tage ſetzte ich mich in einen Wagen und ließ mich zum Fürſten de la Cattolica

XVII. 3