Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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reichen. Meine Börſe, die ſehr mager war, konnte die Ein⸗ gebungen eines guten Herzens nicht unterſtützen. Ohne Zweifel iſt es unſre Pflicht, mit fremden Leiden Mitgefühl zu haben; aber die eignen gehn uns mehr an, und meine Lage geſtattete mir nicht das geringſte Opfer. Dieſe ſchon ſehr kritiſche Lage ſollte ſich noch verſchlimmern in Folge einer Indiscretion, die ich mir immer zum Vorwurfe machen werde.

Eines ſchönen Morgens tritt Manucci ſchnell in mein Zimmer; er war bleich und ſehr aufgeregt.

Ich bin in der größten Verlegenheit, ſagte er, Fraiture, dem ich meine Thür geſchloſſen habe, weil er mich mit Geld⸗ forderungen beſtürmte, hat mir geſtern geſchrieben, daß er ſich eine Kugel durch den Kopf jagen würde, wenn ich ihm nicht zu heute hundert Piſtolen verſchaffen würde.

Das ängſtigt Sie?

Ich bin überzeugt, daß der Unglückliche Wort halten wird.

Und ich bin vom Gegentheile überzeugt. Vor noch nicht vier Tagen hat er mit derſelben Drohung dieſelbe For⸗ derung an mich geſtellt und ich erwarte noch ihre Wirkung. Allerdings hat er mich gefordert, da er dies Mittel, das Leben zu verlaſſen, anſtändiger zu finden ſcheint; aber ich habe ihm geantwortet, in der Lage, wo er ſich befinde, ſei das Verhältniß zwiſchen uns nicht gleich, und ſeitdem habe ich ihn nicht wieder davon ſprechen hören. Wenn er Sie fordert, ſo antworten Sie ihm daſſelbe, oder antworten Sie ihm gar nicht.

Das iſt unmöglich. Hier ſind hundert Piſtolen; brin⸗ gen Sie ſie ihm in meinem Namen und laſſen Sie ihn einen Wechſel in gehöriger Form, zahlbar in Lüttich, wo er Beſitz hat, unterſchreiben.

Ich that Manucci den Willen und eilte zum Baron. Ich fand einen ganz vernichteten Mann; er nahm die hun⸗

dert Piſtolen ſehr kalt hin und ſtellte mir einen Wechſel

über dieſe Summe aus; weiter wollte ich nichts. An die⸗ ſem Tage ſpeiſte ich beim Geſandten und gab Manucci das

Papier. Am zweitfolgenden Tage begab ich mich zum Ge⸗

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