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ter um Erlaubniß, und dieſe belohnte meine Bitte mit einem zärtlichen Blicke. Der Edelmann ſagte zu mir: Wäre ich Frömmler, ſo würde ich gegen dieſen Vorſchlag viel einzu⸗ wenden haben, weil man glaubt, daß ein junges Mädchen, welches am Arme eines Mannes in die Kirche geht, ſich mehr mit dem Geſchöpfe als mit dem Schöpfer beſchäftige; aber dieſe dummen Vorurtheile theile ich nicht; auch weiß ich, daß Sie die Redlichkeit und Ehre ſelbſt ſind, obwohl Sie nicht das Glück haben, geborner Spanier, wie ich, zu
ſein; meine Tochter wird Sie begleiten, ſo oft Sie es
wünſchen
Als Don Diego weggegangen war, blieb ich allein mit—
Ignazia zurück und wir hatten eine Unterhaltung, die von zu charakteriſtiſchen Umſtänden begleitet war, als daß ich ſie hätte vergeſſen ſollen. In zarten und indirekten Aus⸗ drücken hatte ich ihre Reize gelobt.
Ich weiß nicht, ſagte ſie, ob ich hübſch bin oder nicht; aber von allen Seiten macht man mir den Hof, und ich bemühe mich, die Ueberraſchungen meines eignen Herzens zu vermeiden, weil meine Seele ſonſt zu große Gefahr lau⸗ fen würde, und es giebt Männer, gegen die man ſich nur durch die Flucht vertheidigen kann.
Sie rechnen mich nicht zu dieſen Männern, theure Ignazia?
Ich ſollte allerdings wohl Ihre Gegenwart fliehen. Sehen Sie, es giebt Augenblicke, wo ich häßlich ſein möchte, und erſt in der vergangenen Woche habe ich eine meiner Freundinnen beſucht, welche die Pocken hatte, um mich von ihr anſtecken zu laſſen.
Wiſſen Sie aber auch, daß Sie ein Verbrechen began⸗ gen haben, um ſich einer ſcheinbaren Sünde zu entziehn?
Das ſagt mein Beichtvater auch, und er hat mir eine Buße auferlegt, die ich nicht erwartet hatte.
Ein Rath genügte, die Buße war überflüſſig. Worin beſteht aber die Buße?
Zunächſt hat er mir erklärt, warum man ſein Geſicht vor jeder Schändung bewahren muß; ein ſchönes Geſicht, ſagt er, iſt gewöhnlich der Spiegel einer ſchönen Seele und
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