Teil eines Werkes 
17. Bd. (1851)
Entstehung
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ein Geſchenk des Himmels, für welches man demſelben täg⸗ lich danken muß, denn die Schönheit iſt ein Empfehlungs⸗ brief. Nach ſeiner Anſicht habe ich mich einer Undankbar⸗ keit gegen den Schöpfer ſchuldig gemacht, und zur Buße für meine Sünden hat er mir befohlen, Roth aufzulegen, weil er mich zu bleich findet.

Sie haben ihm nicht gehorcht, theure Freundin?

Ich habe ein Töpfchen Schminke gekauft, wage ſie aber nicht zu brauchen; mein Vater würde das Schminken bald gewahr werden, und was ſollte ich dann zu meiner Ent⸗ ſchuldigung ſagen?

Iſt Ihr Beichtvater jung?

Er iſt ſiebenzig Jahre alt.

Erzählen Sie ihm Ihre reizenden Schwächen mit allen Einzelheiten?

Ich habe kein Geheimniß für ihn; ich würde eine Tod⸗ ſünde begehn, wenn ich in einer ſo wichtigen Sache ihm irgend etwas verſchweigen wollte.

Wenn Sie alſo eine liebenswürdige Schwäche haben, erfährt er es?

Sogleich.

Und wenn Sie zu zweien ſündigen, erfährt er den Na⸗ men Ihres Mitſchuldigen?

Gewiß, denn ſonſt würde ich die Abſolution nicht er⸗ halten.

Vielleicht verkennt er ſeine Pflichten und legt Ihnen Fragen vor, die Andre als Sie betreffen?

Er befragt mich nie; ich ſage ihm Alles. Uebrigens koſten ſolche Geſtändniſſe große Ueberwindung; aber man legt ſie wohl oder übel ab, da die Hölle droht.

Armer Engel!

Dieſen Beichtvater habe ich ſeit zwei Jahren; der an⸗ dre war unerträglich und hatte eine empörende Neugierde.

Zweifel jung? inzig Jahre alt.

Sechs undz

Was wollte er wiſſen? Erlaſſen Sie mir, es Ihnen zu ſagen.

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