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gab ihm meinen Preis. Hierauf erwiederte der brave Mann, ich werde binnen zwei Tagen nach Wunſch bedient werden, und auch eine biscayſche Magd als Köchin finden. In der That erhielt ich am zweiten Tage die Adreſſe meiner neuen Wohnung, welche in der Alcalaſtraße gelegen war. Die Wohnung war ſehr ſauber, und die Magd freundlich und geſchickt. Als ich den Bedienten fragte, wo der Herr des
Hauſes wohne, erwiederte er, derſelbe wohne im zweiten
Stockwerke, und im ſelben Augenblicke meldete man ihn mir. Es war— mein braver Hidalgo ſelbſt in Beglei⸗ tung ſeiner Tochter. Er hatte das ganze Haus für mich gemiethet. Ich erwiederte ſeinen Beſuch. Seine Wohnung, die höchſt elend war, beſtand aus einem großen Raume, den er in vier Abtheilungen getheilt hatte. Er arbeitete und ſchlief in dem einen; zwei kleinere dienten Ignazia und ihrer jüngern Schweſter als Schlafraum; der vierte diente
als Küche. Er ſelbſt hatte mit ſeinen adligen Händen dies
Alles ins Werk geſetzt. Ich bot ihm meinen Tiſch an, da ich nicht gern allein aß; nach vielen Einwendungen gab er meiner Bitte nach, aber mit dem Vorbehalte, daß er ſich durch ſeine Tochter erſetzen laſſen dürfe, wenn ſeine Be⸗ ſchäftigungen ihn hindern ſollten, mir Geſellſchaft zu leiſten, eine Bedingung, die ich ſehr gern einging.
Am folgenden Tage beſuchte ich die ſchöne Kirche Buen⸗ Sueceſo, damals der Sammelplatz der hübſchen Frauen und ihrer Liebhaber. Ich habe ſchon geſagt, daß in dieſem Lande der Myſticismus und die Galanterie ſo ſehr verſchwiſtert ſind, daß ſte aus demſelben Gefühle zu entſpringen ſcheinen. Auch habe ich die Bemerkungen gemacht, daß die Frommen für ſinnliche Freuden empfänglicher ſind als andre Frauen; das hat vielleicht darin ſeinen Grund, daß ſie immer genö⸗ thigt ſind, gegen die Verführungen ihrer Sinne auf der Hut zu ſein. Die Schönheit des Schauſpiels, welches ich in dieſer Kirche ſah, wo ſich alle Frauen in großen Toilet⸗ ten einſtellen, die vortreffliche Ausführung der Muſik, die Pracht, mit welcher die Meſſe abgehalten wird, der herrliche Geſammteindruck brachte mich auf den Gedanken, Ignazia hin zu führen. Ich bat den Vater in Gegenwart der Toch⸗
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