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Von allen Völkern Europas hängt der Schweizer am feſteſten,
nicht nur an den Gewohnheiten ſeines Vaterlandes, ſondern auch an ſeinem Boden. Ich möchte ihn mit einer Pflanze vergleichen, die allmählig verkümmert, bis ſie endlich ſtirbt. Dieſe Leute ſind dem ſogenannten Heimweh unterworfen, einer Krankheit, welche die alten Griechen unter dem Namen Noſtalgie kannten. Das einzige Mittel wäre, ſie mit Ko⸗ loniſten aus andern Gegenden oder mit Spaniern zu ver⸗ miſchen; man müßte ihnen auch ihre Prieſter und Beamte laſſen, und vor allen Dingen ſie gegen die Verfolgungen der Inquiſition ſchützen, denn der Schweizer hat zähe und unuüberwindliche Gewohnheiten; ſo ein gewiſſer Gebrauch, welcher der Hochzeitsfeier vorausgeht und welchen die römiſche Kirche gewiß nicht dulden würde. Ich forderte demgemäß Herrn von Grimaldi auf, ſeine Schweizer⸗Kolonie aufzu⸗ geben und eine Kolonie von ſpaniſchen Familien zu bilden. Er entgegnete, die Bevölkerung Spaniens ſei ſchon zu ſchwach und man müßte alſo einen Bezirk entblößen, um ihn auf Koſten eben ſo wenig bevölkerter Gegenden wieder zu füllen. Durchaus nicht, verſetzte ich, denn zehn Kolo⸗ niſten, die in Aſturien Hungers ſterben, würden in noch nicht zehn Jahren fünfzig Kinder zeugen, und dieſe würden in der zweiten Generation zweihundert in der dritten tauſend geben.
Man machte einen Verſuch mit meinem Plane und der Marquis verſicherte mir, daß ich zum Gouverneur der Ko⸗ lonie ernannt werden ſolle, wenn derſelbe Erfolg hätte; eine Belohnung, die mir nicht ſehr zulächelte, da die Kolonie für lange nur eine Vereinigung von Lumpen ſein konnte.
Ich war mit der Ausarbeitung dieſes Plans beſchäf⸗ tigt, als der Hofkapellmeiſter, ein von Herrn von Mocenigo beſchützter Venetianer, mich fragte, ob ich nicht einen Text wiſſe, der ſich in Muſik ſetzen laſſe. Derſelbe ſollte zu einem Hoffeſte aufgeführt werden, und die vorgeſchrittene Zeit ge⸗ ſtattete nicht mehr, ein Werk aus Italien kommen zu laſſen. Ich mache ihm den Vorſchlag, eine einaktige Oper zu ver⸗ faſſen, und er nimmt mich beim Worte; ich mache mich an die Arbeit, und in Zeit von ſechsunddreißig Stunden bin


