So ſprichſt Du von einem Abbé! alſo hier? Ich war darauf gefaßt.
Du haſt ihn von Genua weggeſchickt?
Er hat ſich ſelbſt verabſchiedet.
Du biſt ihm mit ſeiner Geliebten durchgegangen?
Er iſt mir mit einigen Louisd'ors durchgegangen.
Er iſt ein Elender.
Wem ſagſt Du das? Aber wo iſt er?
Geduld! Es iſt Zeit zum Abendeſſen. Er iſt pünkt⸗ lich. Ich werde Dir in ſeiner Gegenwart die Streiche, die er mir geſpielt hat, erzählen.
Auch ich wünſche ihm in Deiner Gegenwart meine
Meinung zu ſagen. In demſelben Augenblicke näherte ſich uns der theure Abbé mit übereinandergeſchlagenen Armen und mit zur Erde geſenktem Blicke. Er erhob die Hand, als ob er uns den Segen geben wolle: Franz und ich faßten ihn aber Jeder bei einem Ohre.
Du biſt ein Schurke!
Ein Taugenichts!
Ein Betrüger!
Ein Verläumder!
Erbarmen, liebe Brüder! Was habt Ihr denn gegen mich?
Sie werden mir ſagen, mein Herr, wer an Paſſano einen abſcheulichen Brief geſchrieben, in welchem man mich einen Spion, einen Wechſelfälſcher und einen Giftmiſcher nennt.
1 Ich kann dieſe Perſon nicht nennen, da ich ſie nicht enne.
Und der Tartüfe ſetzte ſich an den Tiſch und that ſo, als ob gar nichts wäre. Wir machten es ebenſo und Franz begann folgende Erzählung:
Stelle Dir vor, lieber Bruder, daß der Burſche am Tage ſeiner Ankunft in Paris zu mir kam. Meine Frau und ich empfingen ihn mit offnen Armen, und ich lud ihn zu meinem Tiſche ein. Wahrſcheinlich in der Meinung, uns für ſich einzunehmen, begann er mit Schmähungen gegen
Der Burſche iſt
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