Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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ich dagegen fand leicht Thränen) einander in die Arme: das Opfer wird vollzogen. Auf Bitten der Semiramis gebe ich die große Löſung Undinen, welche ſie gewiſſenhaft der Marquiſe überlieferte. Nach Beendigung der Ceremonie ſchenkt die dankbare Semiramis der Waſſergöttin ein pracht⸗ volles Halsband.

Marcoline begab ſich wieder in ihr Verſteck und bei Tage gelang es mir, ſie unbemerkt aus dem Hauſe zu bringen. In einer quaſireligiöſen Bewegung nahmen wir die den Planeten beſtimmten Geſchenke mit.

Im Laufe des Tages beſuchte ich Frau von Urfé und meldete ihr, ihre Wiedergeburt, die am vorigen Tage begon⸗ nen, werde am erſten Tage des Neumonds des Januar im folgenden Jahre vollzogen werden; bis dahin habe ſie Mar⸗ ſeille zu verlaſſen und ihren Wohnſitz in einer Stadt am Zuſammenfluſſe zweier Flüſſe zu nehmen, und jeden Abend das Feſt des Genius des Mondes zu feiern. Ich verpflich⸗ tete mich, dieſelbe Ceremonie an der Mündung eines Fluſſes zu Ehren Mercurs zu wiederholen. Wie ich erwartet, wählte die Marquiſe Lyon; ſie machte ſich am folgenden Tage auf den Weg und nahm die Aſche des Käſtchens mit. Ich da⸗ gegen nahm Poſtpferde nach Avignon, und nachdem ich Marcoline ihr Halsband abgenommen und die Geſchenke der armen Tollen in Sicherheit gebracht, ſtieg ich in den Wagen.

Es war mir viel daran gelegen, bald nach Avignon und ſogar weiter zu kommen, aber einige Meilen von der Stadt zerbrach unſer Wagen. Ich ſchickte meinen Bedienten weg, um einen Stellmacher zu holen, und er kehrte bald darauf mit zwei Livreebedienten zurück, welche mich im Namen ihrer Herrſchaft einluden, bei ihr auszuruhn; zugleich zeig⸗ ten ſte mir ein gut ausſehendes Haus in einiger Entfernung von der Chauſſee. Es hüätte ſich ſchlecht geſchickt, eine ſo höfliche Einladung auszuſchlagen; ich ſchritt daher mit Marcolinen auf das Haus zu. Ehe wir daſſelbe erreichten, begegneten wir drei Damen und zwei Kavalieren. Der eine von ihnen redete uns an und ſagte, wenn etwas die Herrin vom Hauſe über den Unfall, der mich betroffen, tröſten könne, ſo ſei es das Vergnügen, mich bei ſich zu ſehn.