Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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Gauner; bleiben Sie hier und fürchten Sie nichts. Schrei⸗ ben Sie der Marquiſe, wenn Sie Luſt haben; ich fürchte nichts.

Beſchämt und zitternd ſuchte er ſeine Dummheiten mit ſeinem Elende zu rechtfertigen.

Wenn Sie kein Geld haben, warum verkaufen Sie nicht die Doſe, welche Sie von der Marquiſe bekommen haben?

Ein ſchönes Geſchenk! Ihr Juwelier bietet mir zwei Louisd'ors dafür.

Wenn ich Ihnen fünfundzwanzig böte?

Sie machen ſich über mich luſtig.

Ich nehme meine Börſe, und er zieht die Doſe aus der Taſche, und das Geſchäft kommt zu ſeinem großen Er⸗ ſtaunen zu Stande. Wir waren gegenſeitig mit dem Han⸗ del zufrieden. Ich wußte, wie theuer der Marquiſe der Be⸗ ſitz dieſer Doſe war, und ſodann war es mir auch lieb, daß dieſer Schändliche wenigſtens für den Augenblick gegen das Elend geſchützt war.

Zwei Tage darauf ließ mir Frau von Urfé melden, daß ſie zurück ſei; während ihrer kurzen Abweſenheit hatte ſie beim Herzog von Villars, Gouverneur der Provence, die Verbannung Paſſano's nachgeſucht und ſie auch erlangt. Der Burſche wurde in der That aus Frankreich verwieſen. Man wird bald ſehn, wo ich ihn wiederfand.

Ich zerbrach mir den Kopf, wie ich die den Planeten beſtimmten Geſchenke in meine Hände bringen ſollte. In Ermangelung Paſſano's mußte ich zu einem andern Bei⸗ ſtande meine Zuflucht nehmen. Ich kam auf den Gedanken, mich für Marcoline zu verwenden. Da ſie nicht franzöſiſch konnte, ſo theilte ich ihr in der Poſſe, welche wir ſpielen wollten, eine ſtumme Rolle zu. Da mir die Marquiſe mit⸗ getheilt hatte, daß ſie in ihrer Jugend den Geiſt der Seine zum Liebhaber gehabt, ſo machte ich aus Marcoline eine Undine, um Frau von Urfé durch die Darbietung eines lebenden Bildes ihrer wäſſrigen Liebſchaft noch mehr zu exaltiren. Ich ließ mir zunächſt ein Käſtchen machen, wel⸗ ches dem, das die Geſchenke enthielt, durchaus ähnlich war