Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

136

Ich glaubte ihr ſobald wie möglich die Erklärung des zwei⸗ ten Theils des Orakels geben zu müſſen, indem ich ihr er⸗ zählte, was ſich zwiſchen Paſſano und mir begeben.

Mein Traum ward beſtätigt: mein Genius hat mir heute Nacht offenbart, daß das Individuum, welches ſie mir zugeführt, nicht Querilinth iſt.

Jetzt kann ich ihn Ihnen nennen. Er iſt ein Gauner und heißt Paſſano.

Sie irren ſich! Sie haben alſo nicht den Grafen von St. Germain erkannt?

Bei dieſer unerwarteten Entdeckung ſpielte ich den Er⸗ ſtaunten.

Erinnern Sie ſich nur ſeiner Züge, mein lieber Che⸗ valier, des verzogenen Mundes, der dunkeln Geſichtsfarbe, des flammenden Auges.

Sie haben Recht; es iſt der Graf St. Germain.

1 Zum Ueberfluſſe können Sie ja das Orakel ſprechen laſſen.

Man wird ſich wohl denken, daß das Orakel ihre Be⸗ hauptung nur beſtätigte.

Man muß wiſſen, daß die Marquiſe den Grafen St. Germain verabſcheute; ich kannte die Gründe dieſer Abneigung, welche nichts weniger als vernünftig waren. Ich war ſogleich bedacht, den verhaßten Grafen St. Ger⸗ main in der Perſon Paſſano's aus Marſeille ausweiſen zu laſſen. Mein Rath behagte ihr; aber wie ſollten wir die Sache anfangen? Das war die Schwierigkeit. Ich entfernte mich, um darüber nachzudenken.

. Am Abend empfing ich von der Marquiſe ein Billet, in welchem ſie mich von ihrer plötzlichen Abreiſe nach Aix in Kenntniß ſetzte und keine weitere Erklärung gab. Dieſe geheimnißvolle Abreiſe verurſachte mir eine ſchlimme Nacht, denn ich wußte, daß Paſſano ihr geſchrieben. Da Marco⸗ line einige Einkäufe zu machen hatte, ſo führte ich ſie zu meinem Kaufmanne und traf hier Paſſano. Erſchreckt über den Degen, mit welchem ich verſehn war, wollte er die Flucht ergreifen; aber ich hielt ihn zurück:

Ich verachte Sie zu ſehr, um mich zu rächen, Meiſter