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wohl wir, beſonders ich, gern in kleiner Geſellſchaft ge⸗ blieben wären.
Wir ſetzten uns zu Tiſch, Jeder bei ſeiner Freundin, und gegen meine Erwartung war die Geliebte des Lieu⸗ tenants die erſte, welche einen heitern Ton anſchlug. Da ſie ihre Männerrolle nur indem ſie ſich kühn zeigte, gut ſpielen zu können glaubte, ſo ging ſie dem Lieutenant zu Leibe, der ſich wie ein prüdes Frauenzimmer vertheidigte. Die beiden Couſinen, welche nicht hinter ihrer Freundin zurückbleiben wollten, beſtürmten uns mit ausgelaſſenen Liebkoſungen. Zenobia, welche uns bei Tiſche aufwartete, konnte ſich des Lachens nicht enthalten, als meine ange⸗ betete Q. ihr den Vorwurf machte, daß ſie mir das Kleid auf der Bruſt zu eng gemacht. Als ſie ihre hübſche Hand ausſtreckte, wie um mir Gewalt anzuthun, gab ich ihr eine kleine Ohrfeige; ſie dagegen ahmte die Höflichkeit eines reuigen Kavaliers nach, faßte meine Hand und küßte ſie, indem ſie mich um Verzeihung bat. Die Rolle war nicht weiter durchzuführen.
Als der Marquis ſagte, daß er friere, fragte ihn die Couſine, ob er ſeine Hoſen habe, ſtreckte die Hand aus, um ſich davon zu überzeugen und zog ſie ſodann erröthend zurück, worüber wir in lautes Lachen ausbrachen, in wel⸗ ches einzuſtimmen ſie Geiſt genug hatte, während ſie die Rolle eines muthigen Liebhabers weiter ſpielte..
Das Abendeſſen hatte nichts zu wünſchen übrig ge⸗ laſſen, Feinheit, Mannichfaltigkeit, Reichthum, Alles war vereinigt geweſen. Erhitzt von Liebe und Wein ſtanden wir auf, nachdem wir länger als zwei Stunden bei Tiſche geſeſſen; als wir aber aufſtanden, malte ſich Traurigkeit auf den Zügen der beiden ſchönen Couſinen. Sie wußten nicht, wie ſie mit ihrem Koſtüme auf den Ball gehen ſollten, das ihnen alle frechen Masken auf den Hals hetzen würde. Der Marquis ſah das ebenſogut wie wir ein und fand ihre Abneigung ſehr natürlich.
Indeß müſſen wir uns entſchließen, ſagte der Lieu⸗ tenant, entweder auf den Ball oder nach Hauſe zu gehn.


