Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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dürfen. Vortrefflich, ſagte er, aber leider wird ſich Nie⸗ mand der Thatſache vergewiſſern wollen, denn zwei Damen von fünf Fuß zehn Zoll werden wohl nicht ſo lebhafte Begierden einflößen.

Ich hatte mir gedacht, daß unſere reizenden Begleite⸗ rinnen als Männer erſcheinen würden, und ich hatte mich nicht getäuſcht. Da ſie vor uns fertig waren, ſo ſahen wir ſie, als wir die Thüre öffneten, mit dem Rücken gegen das Kamin ſtehen.

Sie ſahen wie ſehr junge Pagen aus, jedoch ohne deren Unverſchämtheit, denn ſie hatten in ihren Koſtümen eine etwas verlegene Haltung, obwohl ſie ungezwungenes Benehmen zu erkünſteln ſuchten..

Wir ſtellten uns ihnen vor, indem wir die Beſchei⸗ denheit des ſchönen Geſchlechtes und die verſchämte Zurück⸗ haltung, welche zu unſern Rollen paßte, nachäfften. Des⸗ halb glaubten ſie ſich genöthigt, den Gang von Männern nachzuahmen, und ihr Anzug war nicht der Art, wie er für junge Leute paßt, welche den Damen huldigen. Sie waren als Läufer koſtümirt mit feſt anliegenden Beinklei⸗ dern, kleiner enger Weſte, offnem Gilet, Strumpfbändern mit ſilbernen Franzen, galonnirtem Gürtel, und einer hüb⸗ ſchen mit Silber geſtickten Mütze mit vergoldetem Wappen. Ihre Battiſthemden waren mit einem ungeheuren Jabot von Alengonſpitzen geziert. In dieſer Kleidung, wo ſie gezwun⸗ gener Weiſe ihre ſchönen Formen unter einem faſt durch⸗ ſichtigen Schleier zeigten, hätten ſie einen an allen Gliedern Gelähmten aufregen können, und wir waren nichts weniger als gelähmt. Indeß liebten wir ſie zu ſehr, um ſie ſcheu zu machen.

Nach den erſten bei ſolchen Gelegenheiten gewöhnlichen Nachäffereien fingen wir an bis zum Abendeſſen natürlich zu ſprechen. Sie ſagten, da ſie zum erſtenmale in ihrem Leben Männerkleider trügen, ſo wären ſie nicht ohne Furcht wegen der Gefahren, die ihrer auf dem Balle warten könnten. Wenn wir das Unglück hätten, erkannt zu wer⸗ den, rief die Couſine aus, wären wir verloren! Sie hatten Recht; aber unſre Aufgabe war es, ſie zu beruhigen, ob⸗