Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Auch nicht das reizende Mädchen, welches uns bedient hat, und welches Sie vielleicht bis jetzt in Ihren Armen gehabt haben?

Was ſagen Sie, göttliche Marquiſe? Sie iſt die Frau des Schneiders, welcher Ihre Anzüge gemacht hat, ſie iſt einen Augenblick nach Ihnen weggegangen, und ihr Mann wuüͤrde ſie nicht bei mir gelaſſen haben, wenn er nicht ge⸗ wußt hätte, daß ich ihrer zur Bedienung der drei Damen bedurfte, für welche er die Anzüge angefertigt hat.

Sie iſt hübſch wie ein Engel. Iſt es möglich, daß Sie ſie nicht lieben?

Wie ſoll man eine Frau lieben, wenn man weiß, daß ein Parlan ſe genießt, ſo oft es ihm beliebt? Die einzige Freude, welche mir dieſe Frau heute Morgen gemacht hat, beſteht darin, daß ſie mit mir von Ihnen geſprochen.

Von mir?

Ja, aber werden Sie mir verzeihn, wenn ich Ihnen bekenne, daß ich ſie gefragt habe, welche von den drei Damen, die ſie ohne Hemde geſehn, ihr am beſten gefallen?

Das iſt die Frage eines Wüſtlings. Nun, was hat ſie Ihnen geantwortet?

Diejenige, welche ſo ſchöne Haare habe, ſei in jeder Beziehung ſchön.

Das glaube ich nicht, denn ich bin gewohnt, das Hemde auf eine anſtändige Weiſe zu wechſeln; und ſie kann nicht mehr geſehn haben, als ich einen Mann ohne Geſahr ſehn laſſen könnke. Sie hat Ihrer unbeſcheidnen Neugierde ſchmeicheln wollen. Wenn ich eine ſolche Kammerfrau hätte, würde ich ſie augenblicklich entlaſſen.

Sie ſind ärgerlich?

Nein.

Wenn Sie auch nein ſagen, ſo hat mich doch dieſer kleine Ausfall in Ihrem Innern leſen laſſen. Ich bin in Verzweiflung, daß ich ſo zu Ihnen geſprochen.

O, es iſt nichts. Ich weiß, daß die Männer die Kam⸗ merfrauen darüber befragen, und daß ſie alle wie Ihre