nennend. Ihre Flammenküſſe brachten die natuͤrliche Wir⸗ kung hervor, und nachdem ich ihr einen neuen Beweis von der Macht ihrer Reize gegeben, brach ſie auf und ich ſchlief ein.
Es war zwei Uhr, als ich, vor Hunger ſterbend, er⸗ wachte. Ich aß ausgezeichnet zu Mittag, ſodann kleidete ich mich an, um die ſchöne O. zu beſuchen. Alle ſpielten, ſie ausgenommen. Sie war gegen ein Fenſter gelehnt und ſchien ſo aufmerkſam zu leſen, daß ſie mich nicht bemerkte; als ſie mich aber erblickte, ſtieg ihr die Röthe ins Güiſicht, und ſie machte das Buch zu und ſteckte es in die Taſche.
O, ich plaudre nicht aus, Fräulein, ich werde Niemand ſagen, daß ich Sie in einem Gebetbuche habe leſen ſehn.
Ich habe in einem ſolchen geleſen, aber ich würde ver⸗ loren ſein, wenn man erführe, daß ich fromm bin.
Hat man von der Maskerade geſprochen, und weiß man, wer die Masken waren?
Man ſpricht von nichts Anderm und bedauert uns, daß wir nicht auf dem Balle geweſen; aber man giebt es auf, zu erfahren, wer die Masken geweſen, weil, wie man ſagt, ein Wagen mit vier Pferden, der wie der Wind dahin gebrauſt ſei, ſie nach der nächſten Poſtſtation gebracht habe, von wel⸗ cher aus ſie Gott weiß welchen Weg eingeſchlagen. Man ſagt auch, meine Haare ſeien falſch geweſen, und ich be⸗ komme dann große Luſt, ſie Lügen zu ſtrafen. Man fügt hinzu, Sie müßten ſie kennen, weil Sie ihnen ſonſt nicht eine Handvoll Dukaten gegeben haben würden.
Man muß Jeden ſagen und glauben laſſen, was er will und ſich nicht verrathen.
Sie haben Recht; wahr iſt es aber, daß wir viel Ver⸗ gnügen gehabt haben. Wenn Sie alle Aufträge, die man Ihnen giebt, ſo gut ausrichten, ſind Sie einzig.
Aber nur von Ihnen konnte ich einen ſolchen Vorſchlag annehmen.
Heute von mir und morgen von einer Andern.
Ich ſehe, daß Sie mich für unbeſtändig halten, aber ich ſchwöre Ihnen zu, daß wenn Sie mich Ihres Herzens


