Teil eines Werkes 
14. Bd. (1850)
Entstehung
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in

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in das Geſicht; und da dieſes mich nicht über ſich ſelbſt täuſchen kann, ſo bin ich immer geneigt, die Fehler des Körpers zu verzeihn, wenn ich die Begünſtigung ſie zu ſehen erlange. Sie lachen?

Ich lache, weil Sie mit ſolchem Feuer ſprechen.

Möchten Sie als Kavalier gekleidet ſein?

Ich war darauf gefaßt; aber nach dem, was Sie ſo eben geſagt haben, können wir Ihnen nicht mehr antworten.

Ich kann Ihnen einen Theil Ihrer Antwort ſagen. Ihre Verkleidung würde keine Illuſion erregen, aber hin⸗ ſichtlich des Uebrigen ſchweige ich.

Sie blickten ſich lächelnd an, und ihre ſchönen Geſichter überzogen ſich mit brennendem Roth, als ſie ſahen, daß meine Augen auf den hervorragenden Theilen ruhten, welche nie das Attribut meines Geſchlechts ſind. Wir änderten das Geſpräch und zwei volle Stunden erfreute ich mich ihres liebenswürdigen, natürlichen und gebildeten Geiſtes.

Als ich die beiden Zauberinnen verließ, eilte ich zu meinem Paſtetenbäcker, ſodann in die Oper, wo ich faſt zweihundert Zechinen verlor. Sodann ſpeiſte ich bei meiner Spanierin zu Abend, die anmuthig und zuvorkommend ge⸗ worden war, bald aber zu ihrer frühern Stimmung zurück⸗ kehrte, als ſie bemerkte, daß ich bei den Formen der Höf⸗ lichkeit ſtehen blieb und entſchieden keine Luſt mehr verrieth, wieder auf ihr Zimmer zu kommen.

Als der junge Offizier mich am Sonnabend beſuchte, ſagte ich ihm, ich habe ihm nur einen einzigen Auftrag zu geben, aber er müſſe denſelben buchſtäblich ausführen und ich müſſe darauf rechnen können. Als er verſprochen, Alles pünktlich zu thun, ſagte ich zu ihm: Sie müſſen einen Wagen mit vier Pferden haben und ſobald Sie alle fünf eingeſtiegen ſind, müſſen Sie geſtreckten Laufs aus dem Thore von Malland fahren und ſich durch ein anderes Thor vor die Thüre des Ihnen bekannten Hauſes zurück⸗ fahren laſſen. Dort müſſen Sie abſteigen, den Wagen zu⸗ rückſchicken und dem Kutſcher Schweigen anempfehlen. Nach dem Balle werden Sie ſich dort entkleiden und ſich in eine Tragchaiſe nach Hauſe bringen laſſen. Auf dieſe Weiſe