8
mit den beiden ſchönſten Perſonen der Stadt zu Abend geſpeiſt zu haben.
Wie behandelt Sie das Glück?
Canano gewinnt mir täglich zweihundert Zechinen ab.
Und Sie gewinnen ihm an einem Abend zweitauſend ab.
Ja, aber dennoch bin ich im Verluſte.
Am Sonntage werden Sie ihn ſprengen. Wir werden Ihnen Glück bringen.
Soll ich Ihnen dies Schauſpiel geben?
Daſſelbe ſoll mir ſehr angenehm ſein, mein Bruder hat mir aber geſagt, Sie wollten nicht mit uns kommen.
Das iſt wahr, aber ich thue es nur, weell ich nicht erkannt ſein will. Er hat mir geſagt, der Kavalier, wel⸗ cher Sie begleite, gleiche mir.
Durchaus, ſagte die Couſine, nur daß er blond iſt.
Er iſt glücklich, denn Blondins erobern leicht die Brünetten.
Nicht immer, ſagte die Schweſter. Aber ſagen Sie uns wenigſtens, gb Sie uns in Männerkleider ſtecken wollen.—
Pfui! Ich würde auf mich ſelbſt böſe ſein, wenn ich einen ſolchen Gedanken faſſen könnte.
Weshalb?
Ich kann ein hübſches Mädchen, welches als Mann gekleidet iſt, nicht ausſtehen.
Das iſt ſonderbar; aber weshalb?
Aus folgendem Grunde. Wenn eine als Mann ver⸗ kleidete Dame Illuſionen erregt, ſo iſt ſie mir ekelhaft; denn das iſt ein Beweis, daß ſie die Vollkommenheiten des ſchönen Geſchlechts nicht hat, deſſen Formen mehr hervor⸗ treten müſſen, als die des Mannes.
Alber ein ſchönes Mädchen zeigt Ihnen dann, daß ſie Alles hat, was die Schönheit einer Frau bedingt.
Das iſt wahr; aber in dieſem Falle beraubt ſie mich der Illuſton; denn ich will nur das Geſicht und den Wuchs ſehn, das Uebrige aber errathen..
Oft täuſcht aber die Phantaſie. Das gebe ich zu; aber ich verliebe mich immer nur


